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Mordkommission bislang ohne heiße Spur

Gift in der Limoflasche gibt weiter Rätsel auf

Minden (mt). Noch immer ist der Giftmörder auf freiem Fuß: Seitdem in der Nacht vom 18. auf den 19. Dezember 2006 ein Chemiefacharbeiter der BASF an Blausäure in seiner Limonade starb, hat die Polizei mehr als 200 Gentests anfertigen lassen. Bislang ergab sich kein Hinweis auf denjenigen, der heimlich den tödlichen Zusatz in das Getränk geschüttet hatte.

Abgekühlt, aber noch nicht beendet ist die Ermittlungsphase der Mordkommission "Kühlschrank", die ihren Einsatzort von Minden nach Bielefeld verlagert hat. Den Namen gaben sich die Ermittler, weil im Kühlschrank in einem Aufenthaltsraum der BASF die Flasche mit tödlicher Limonade stand, aus der der Chemiefacharbeiter in seiner Todesnacht getrunken hatte. "Das schmeckt aber merkwürdig", soll er im Beisein seiner Kollegen geäußert haben. Kurz danach brach er zusammen und starb im Klinikum. Experten der Polizei stellten später fest, dass das Getränk mit Blausäure versetzt war. Als Polizisten einen Tag nach dem Todesfall eine weitere Flasche aus dem Kühlschrank mit der Namensaufschrift des Getöteten öffneten, wurden auch sie von Blausäuredampf vergiftet. Anfangs war die Mordkommission "Kühlschrank" mit rund 15 Kräften aus Bielefeld und Minden besetzt. Bislang wurden mehr als 350 Personen vernommen - aus dem privaten Umfeld des Getöteten und aus dem Kollegenkreis. Blausäureprodukte fallen bei der BASF als Abfallstoffe an und werden in einem gesonderten Sicherheitsbereich verwahrt. Nur wenigen ist der Zugang möglich. Die Ermittlungen gestalteten sich schwierig, so dass die Beamten nun auf die Ergebnisse von Gentests setzten. An der Limonadenflasche fanden sich DNA-Spuren, die nicht dem Toten zuzuordnen waren. Mehr als 200 Speichelproben wurden genommen und abgeglichen. Ein Teil der Tests steht noch aus. "Abgeschlossen ist der Fall deshalb noch nicht", erklärt Christoph Mackel, der für die Ermittlungen zuständige Vertreter der Staatsanwaltschaft in Bielefeld. Dennoch räumt er ein, dass die Mordkommission Kühlschrank noch nicht auf eine heiße Spur gekommen ist. Einen konkreten Tatverdacht habe es nicht gegeben.

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