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Umstrittene Deponie-Pläne für Steinbruch: Entsorgungsunternehmen verspricht „offene Informationspolitik“

GFR rechnet mit bis zu 150 Anlieferungen in der Woche

Hamelspringe/Hannover (mf). 20 Jahre – so lange will die Gesellschaft für die Aufbereitung und Verwertung von Reststoffen (GFR) den Steinbruch Hamelspringe als Deponie für Verbrennungsrückstände aus Kohlekraftwerken nutzen (wir berichteten). Wöchentlich sollen bis zu 150 Lkw-Ladungen Asche dort angeliefert werden.

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Geplant sei die Arbeit im Einschichtbetrieb von Montag bis Freitag, sagt Dr. Michael Zingk, GFR-Vertriebsleiter für Norddeutschland und Mitglied der Geschäftsleitung auf Anfrage. Die Zahl der Fuhren werde sich täglich „zwischen 20 und maximal 30“ bewegen. Transportiert wird die Asche nach seinen Angaben in geschlossenen Behältern. Das Verfüllen im Steinbruch erfolge dann per Hochdruckleitung. „Ein geschlossenes System ohne Staub und Dreck“, versichert Zingk, der das Vorhaben am Dienstag dem Landkreis in Hameln vorgestellt hat.

„Die Asche ist weitestgehend unbelastet“, erklärt der Entsorgungsspezialist. Weitestgehend bedeute, dass sie „keine klassischen Schadstoffe wie Schwermetall“ enthalte, sondern lediglich Sulfate, die beispielsweise auch in Gips-Steinbrüchen vorkämen.

Seine Firma wolle nun gemeinsam mit Experten ausloten, wie eine Austragung dieser Stoffe in Hamelspringe verhindert werden kann. In den nächsten Wochen solle es daher Gespräche mit Gutachtern geben, um Konzepte zu entwickeln beziehungsweise die Verträglichkeit des Standortes zu prüfen, kündigt Zingk an.

Derzeit befinde man sich noch nicht im Stadium eines Antragsverfahrens. Rücke dieses näher, werde GFR auch die Öffentlichkeit einbinden. „Wir haben keine Berührungsängste“, betont Zingk und verspricht eine offene Informationspolitik. In Lüthorst, wo das Unternehmen seit 25 Jahren eine vergleichbare Deponie betreibe, lade man regelmäßig Interessierte ein, sich vor Ort selbst ein Bild zu machen.

Beim Landkreis wollen sich die Experten von Naturschutz- und Unterer Abfallbehörde in den nächsten Wochen mit den Plänen auseinander. Für eine Stellungnahme sei es deshalb zu früh, sagt Sprecherin Sandra Lummitsch. Auch Landrat Rüdiger Butte spricht „von einer ersten Kontaktaufnahme“. Zuständige Genehmigungsbehörde ist ohnehin das Gewerbeaufsichtsamt in Hannover. Der Landkreis hat GFR aber schon deutlich gemacht, dass der Grundwasserschutz für ihn oberste Priorität hat.

Eine auf Verbrennungsrückstände spezialisierte Entsorgungsfirma will den Hamelspringer Steinbruch als Deponie nutzen. Bis zu 30 Lkw-Ladungen Asche sollen dort täglich angeliefert werden.

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