weather-image
11°
Kurverwaltung soll ab 2012 abspecken: Längere Reinigungsintervalle und verkürzte Öffnungszeiten

GeTour light: weniger Geld – weniger Service

Bad Münder (mf). Nach der Grundsatzentscheidung der Stadt, das Budget der GeTour ab Januar 2012 um rund 30 Prozent zu kürzen, wird hinter den Kulissen emsig an einem Zukunftskonzept für die Einrichtung gearbeitet. Dabei geht es im Kern um die Frage: Was kann und soll eine abgespeckte Kurgesellschaft noch leisten?

GeTour-Mitarbeiter Kai-Michael Herholt schenkt ein – ab 2012 müssen Kurgäste aber Einschränkungen beim Service hinnehmen.

Wie berichtet, will die Stadt, die mit 52 Prozent Mehrheitsgesellschafterin der GeTour ist, die Tochter GeTour Vital aus dem Unternehmen herauslösen und komplett an den Mitgesellschafter Awo Gesundheitsdienste abgeben. Dort will man das Fitnessstudio in eine noch zu gründende Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation überführen.

Im Zuge der Haushaltskonsolidierung will die Stadt aber nicht nur das Fitnessstudio abstoßen, sondern auch in anderen Bereichen der GeTour massiv den Rotstift ansetzen. Der jährliche Zuschuss soll um 125 000 auf 281 000 Euro reduziert werden. Davon entfällt mit 70 000 Euro der Löwenanteil auf Einsparungen im Personalbereich, wie Bürgermeisterin Silvia Nieber gestern erläuterte. Der Job von Geschäftsführer Thomas Heiming soll auf eine halbe Stelle heruntergefahren werden. Mit der anderen halben Stelle wird er künftig den neuen Awo-Ableger leiten – und damit weiterhin die Verantwortung für das GeTour Vital tragen.

Die Reinigungsintervalle für Kurmittelhaus und Martin-Schmidt-Konzertsaal werden Nieber zufolge ab 2012 gestreckt – ein weiterer Beitrag zur Verringerung der Personalkosten. Das Eckpunkte-Papier sieht außerdem Abstriche beim Qualitätsmanagement der GeTour vor. Was bislang mit Bordmitteln passierte, soll künftig mithilfe externer Dienstleister erfolgen. Gänzlich verzichten könne man auf Qualitätszertifizierungen indes nicht, machte Nieber deutlich. Der Nachweis bestimmter Mindeststandards sei im Kurmittelwesen zwingend vorgeschrieben.

Neben den 70 000 Euro im reinen Personalbereich sollen 55 000 Euro durch „Leistungsveränderungen“ eingespart werden. Konkrete Maßnahmen seien derzeit noch nicht beschlossen, so Nieber. Fest stehe aber bereits, dass es Einschränkungen bei den Öffnungszeiten der Kurverwaltung geben wird. Statt täglich von 9 bis 17 Uhr soll die Tourist-Information nur noch von 10 bis 12 und 14 bis 16 Uhr geöffnet haben. „Waren es bislang noch durchschnittlich 50 Stunden in der Woche, sind die Mitarbeiter dann nur noch knapp 27 Stunden erreichbar“, rechnet die Bürgermeisterin und GeTour-Aufsichtsratschefin vor.

Weiterer Baustein zur Kostensenkung: Im Stadtmarketing wird die Kurverwaltung ihr Engagement zurückfahren. Im Gegenzug sollen sich die Wirtschaftsvereinigung und die Stadt selbst stärker in den Prozess einbringen. Um Ausgaben zu senken, wird die Zahl der Stadtmarketing-Arbeitskreissitzungen gesenkt.

Als abgemachte Sache gilt auch, dass die GeTour künftig weniger Geld für Publikationen, wie Imagebroschüren und Gastgeberverzeichnis, ausgeben wird. Hier möchte die Stadt stärker mit dem Gemeinden Salzhemmendorf und Coppenbrügge zusammenarbeiten und Synergieeffekte nutzen. Gleiches gilt für die Teilnahme an Messen.

Was wird aus Veranstaltungen wie beispielsweise dem Weihnachtsmarkt, der unter GeTour-Regie organisiert wird? „Man wird genau schauen müssen, was sich davon trägt und was nicht wirtschaftlich ist“, sagt Nieber. Alles gehöre auf den Prüfstand.

Nicht gerüttelt wird – mit Ausnahme des Geschäftsführerpostens – an den Arbeitsplätzen der GeTour – zurzeit sechseinhalb Stellen. Betriebsbedingte Kündigungen soll es nicht geben, allerdings würden frei werdende Stellen zunächst auch nicht wiederbesetzt, so Nieber.

Die Bürgermeisterin verteidigte noch einmal den Beschluss, sich vom GeTour Vital zu trennen. Der Betrieb eines Fitnessstudios gehöre eigentlich ohnehin nicht zu den Aufgaben einer Kurverwaltung und sei vor einigen Jahren nur aus der Not heraus erfolgt. „Das kann aber keine Daueraufgabe sein“, betonte Nieber. Sie räumte ein, dass das GeTour Vital durchaus schwarze Zahlen schreibt, wenn es auch „keine dicken Gewinne“ erwirtschafte. Für Investitionen, die über kurz oder lang dort erforderlich seien, fehle aber das Geld.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt