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40 Jahre Krankenhaus Lindenbrunn, 20 Jahre Neurologie / Typischer Schwefelgeruch auch heute noch

Gesundbrunnen am Ith bereits 1531 erwähnt

Coppenbrügge (hx). Die meisten wissen es gar nicht, aber das Krankenhaus Lindenbrunn in Coppenbrügge, das jetzt sein vierzigjähriges Jubiläum feiert, steht auf geschichtsträchtigem Boden. Bereits 1531 wird ein Gesundbrunnen am Ith erwähnt, eben genau an der Stelle, wo jetzt das Krankenhaus Lindenbrunn vielen Menschen zur Gesundung oder mehr Lebensqualität verhilft. Aus den Kellerräumen dringt auch heute noch der für die Heilquelle typische Schwefelgeruch.

Der Vorläufer des Krankenhauses, ein Kurbetrieb, fiel einer stagnierenden Gästezahl zum Opfer. Allerdings entwickelten sich die Zahlen der schwerverletzten Verkehrsopfer mit zunehmender Motorisierung rasant, und so stieg der Bedarf für ein „echtes“ Krankenhaus. Am 1. Mai 1969 wurde dann das Spezialkrankenhaus „Haus Lindenbrunn“ gegründet. Der Trägerverein zur Betreuung von Schwerbehinderten e.V. widmete sich der Behandlung von schwerstkranken Menschen. So hatte das Krankenhaus über viele Jahre den Ruf, fast nur aussichtslose Fälle zu behandeln. Zunehmend drohte es, den Charakter eines Pflegeheims anzunehmen. „Wenn du nach Lindenbrunn kommst, dann sieht es übel um dich aus“, so erinnert sich Prof. Bernhard Hofferberth, Chefarzt der neurologischen Abteilung, an die Worte in der Bevölkerung der Region. Dies wurde auch vom Träger erkannt, und in Zusammenarbeit mit den Krankenkassen und dem Sozialministerium in Hannover wurde die Klinik umstrukturiert und modernisiert.

1988 kam es zur Eröffnung der Internistischen Abteilung mit 110 Betten, die Vorläuferabteilung der heutigen Klinik für Geriatrie. 1989 wurde mit Prof. Hofferberth als Chefarzt die Neurologische Abteilung und Klinische Neurophysiologie mit 145 Betten gegründet und feiert nun ihr zwanzigjähriges Jubiläum. Die Klinik wurde nach modernen Gesichtspunkten neu mit Geräten zur Messung von Gehirn- und Nervenströmen, Messung der Hirndurchblutung und der Gleichgewichtsorgane ausgestattet. Bereits 1992 wurde der erste Computertomograph im Krankenhaus Lindenbrunn aufgestellt. Und vor allem aus dem Satz „es sieht übel aus“ wurde dank modernster Diagnostik und Therapie bald ein anderer Satz; heute fragen viele Menschen gezielt: „Ist in Lindenbrunn ein Bett für mich frei?“ Nicht ohne Grund, haben sich die Möglichkeiten für Diagnostik und Therapie in der Neurologischen Abteilung doch immer weiter differenziert. Auch heute werden noch schwerkranke neurologische Patienten aus dem Landkreis und den angrenzenden Landkreisen aufgenommen.

Das Therapieangebot ist allerdings mit über 60 Therapeuten in den Bereichen Krankengymnastik, Ergotherapie, Sprachtherapie, Neuropsychologie und Funktionsdienst gewachsen und inhaltlich mit früher nicht zu vergleichen.

Behandlungsdauer drastisch verkürzt

Während 1989 etwa 700 Patienten pro Jahr im Krankenhaus Lindenbrunn behandelt wurden, waren es in den letzten Jahren rund 3000 Patienten pro Jahr. Die Behandlungsdauer der Patienten hat sich über die Jahre drastisch verkürzt. Die mittlere Verweildauer beträgt heute in der Neurologischen Abteilung nur noch rund 22 Tage gegenüber einigen Monaten in den Anfangsjahren. Während die Diagnostik und Therapie bei den häufig schwerkranken Patienten 1972 noch von vier Ärzten durchgeführt und überwacht wurde, sind heute 18 Ärzte, zwei Diplom-Psychologen und eine Sonderheilpädagogin tätig.

Die zunehmende Spezialisierung der Neurologischen Abteilung ging auch mit einer Differenzierung des ambulanten Angebots einher. Heute gibt es Spezialsprechstunden für Schwindel und Gleichgewichtserkrankungen, Schlafstörungen, Spastik- und Bewegungsstörungen sowie Demenzerkrankungen. Seit 1994 betreibt die Neurologische Abteilung ein eigenes Schlaflabor, in dem pro Jahr rund 600 Patienten mit Schlafstörungen untersucht werden. „Ich bin sicher, dass wir auch die Zukunft mit unseren Leistungen gut meistern werden“, so Frank Schmidt, Geschäftsführer des Krankenhauses. „Durch viele Kooperationen, unter anderem besonders eng mit dem Kreiskrankenhaus Hameln, haben wir über unser Spektrum hinaus extrem viele Möglichkeiten, Know-how für unsere Patienten bereitzustellen.“

Standort-Tradition und moderne Medizin, in Lindenbrunn werden beide Aspekte vereint.




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