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Gesucht: Nutzungskonzept für Brandruinen

Bad Münder. „Der Zustand an der Langen Straße ist unbefriedigend“, gibt Bürgermeister Hartmut Büttner zu. Ein Feuer im August 2012 hatte dort zwei denkmalgeschützte Gebäude schwer beschädigt. Das Haus Nummer 13 musste abgerissen werden – noch immer liegt der Bauschutt auf dem Grundstück. Nachdem die Stadt mit rechtlichen Schritten gedroht hatte, kümmert sich der Eigentümer nun um eine schnelle Beseitigung. Das Nachbarhaus steht leer, weil es momentan nicht mehr nutzbar ist. Nun hat die Stadt in Absprache mit den beiden Eigentümern einen städtebaulichen Ideenwettbewerb ausgelobt. Gesucht: Konzepte zur Nachnutzung.

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„Uns geht es darum, potenzielle Investoren auf die Grundstücke aufmerksam zu machen“, erklärt Wirtschaftsförderin Anika John. In der Ausschreibung heißt es: „Da beide Gebäude von wichtiger ortsbildprägender Bedeutung für die Innenstadt sind, ist es dringend notwendig, die entstandenen Baulücken schnellstmöglich wieder zu bebauen sowie das beschädigte Nachbargebäude zu sanieren“. „Wir haben also überlegt, was wir machen können“, erklärt John, „natürlich immer unter der Prämisse, dass wir nicht mit Geld um uns werfen können.“

Gemeinsam mit den beiden Eigentümern und in Rücksprache mit dem Landkreis sei man dann auf die Idee mit dem Wettbewerb gekommen. An 16 hiesige Architektenbüros wurden die Ausschreibungsunterlagen inklusive Lageplänen und Bildern verschickt. Auch externe Büros, Ingenieure sowie Bauunternehmen seien jedoch mit ihren Vorschlägen willkommen. „Wir sind genauso für Ideen von Bürgern offen“, sagt John. An dem Wettbewerbsverfahren können diese allerdings nicht teilnehmen.

Bei den Nutzungskonzepten – die sowohl für nur ein Gebäude als auch für beide zusammen möglich sind – stehen die Faktoren Finanzierung, Umsetzbarkeit und Nachhaltigkeit im Fokus. Eine besondere Hürde ist dabei sicherlich, dass am Gebäude Nummer 15 aufgrund des Denkmalschutzes keine baulichen Veränderungen der Außensicht vorgenommen werden dürfen. Außerdem ist unter Haus Nummer 13 noch ein Keller vorhanden, der möglichst erhalten bleiben sollte. Insgesamt bieten die beiden Grundstücke eine Fläche von gut 680 Quadratmetern.

Bei den Konzepten sind sowohl Wohnen als auch Einzelhandel und touristische Nutzung denkbar. Zu der Ausarbeitung gehören auch die Aufstellung eines Gesamtkostenrahmens sowie die Finanzierbarkeit, beispielsweise durch das Ausweisen von Fördermitteln.

An dem Preisgeld in Höhe von 500 Euro beteiligt sich die Stadt mit 300 Euro. Die im Rat aufgekommene Kritik, das Preisgeld sei zu niedrig, um ernsthafte Vorschläge erwarten zu können, will John nicht gelten lassen: „Solch ein Wettbewerb ist auch immer Werbung für die Architekten – egal, ob man am Ende der Gewinner ist.“

Bis zum 15. Januar werden die Nutzungskonzepte angenommen. In der Jury sitzen Ortsbürgermeisterin Petra Joumaah, Vertreter des Landkreises, die Wirtschaftsvereinigung Bad Münder sowie die beiden Eigentümer. Der Gewinner soll im Februar bekannt gegeben werden.

In der Zwischenzeit würde sich CDU-Ratsmitglied Gert Hahne eine unbürokratische Nutzung des Geländes als Parkplatz wünschen. Eine Idee, die weder Bürgermeister Büttner, Wirtschaftsförderin John oder die Eigentümer begeistert. „Alle Formalitäten und Bauanträge zu stellen, würde bis Februar dauern“, gibt John zu bedenken. Außerdem könne das Gelände aufgrund des Kellers nicht einfach geschottert werden. Auch Büttner erstickte den Vorschlag im Keim: „Es gibt so viele Gründe, warum das nicht geht.“

Die Ausschreibungsunterlagen können im Internet auf der Seite der Stadt unter www.bad-muender.de heruntergeladen werden. Ansprechpartnerin für das Projekt ist Verwaltungsmitarbeiterin Ulrike Behrens, 05042/943125.col

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