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Servicebüro verzeichnet 48 Fundstücke im Jahr 2011

Gesucht: Besitzer roter Lackpumps in Größe 46

Bad Münder (lil). Brillen, Handys, Schlüssel oder Geldbörsen – all diese Fundsachen landen bei Elisabeth Borcherding und ihrem Team im Servicebüro der Stadt Bad Münder. Was aber passiert, wenn niemand diese Dinge abholt?

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„Wir verfahren da ganz unterschiedlich“, erklärt Borcherding. „Geplant war zum Beispiel eine Auktion während der Wirtschaftsschau, die allerdings ausgefallen ist.“ Während der Veranstaltung im vergangen Herbst wären am Stand der Stadt Fahrräder unter den Hammer gekommen. „Nun ist es so, dass die Fahrräder im Bauhof an der Rahlmühler Straße gelagert werden. Der Transport und Abtransport in die Innenstadt verursachen Kosten“, räumt sie ein. Folglich denken die zuständigen Verwaltungsmitarbeiter darüber nach, eine Auktion auf dem Bauhof zu veranstalten.

Allgemein gilt: Nach sechs Monaten kann etwa das herrenlose Mobiltelefon in den Besitz des Finders übergehen. „Der Finder wird bei der Anzeige gefragt, ob er von seinem Recht Gebrauch machen will. Wenn er das wünscht, wird er nach einem halben Jahr benachrichtigt“, erläutert die Fachbereichsleiterin. „Wenn die Fundsache aber keiner haben will, geht sie in die Verwertung der Behörde über.“

Wertvolle Gegenstände werden länger aufbewahrt. „Die schmeißen wir nicht unmittelbar weg, das wäre zu schade.“ Portemonnaies – gerade wenn sich Ausweispapiere darin befinden – und Schlüssel werden in den meisten Fällen schnell von ihren Eigentümern abgeholt.

Fahrräder, für die sich niemand interessiert, kommen dem Umsonst-Laden an der Petersilienstraße zugute. „Die können Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen Familien nutzen.“

2011 sind laut Borcherding 48 Funde im Servicebüro eingegangen, 2010 waren es noch 58. Gibt es weniger ehrliche Finder, oder passen die Münderaner besser auf ihr Hab und Gut auf? Die Ursache ist unklar.

Fakt ist, dass bei Borcherding und ihren Mitarbeitern nicht nur alltägliche Gegenstände wie Schlüssel, Handys oder Geldbörsen abgegeben werden. „Wir hatten schon verlorene Gebisse“, erinnert sich die Fachbereichsleiterin. „Wir hatten aber auch zwei“, Borcherding macht eine Pause. „Ich nenne es jetzt mal ‚Wundertüten‘.“ Gemeint sind damit zwei Plastiktüten mit skurrilem Inhalt: „Darin befanden sich knallrote Lackpumps in Schuhgröße 46, ein ausgefütterter BH und eine Langhaarperücke.“ Borcherding vermutet dahinter ein Karnevalskostüm. „Ich wusste gar nicht, dass es Pumps in der Größe gibt.“ Im Servicebüro abgeholt hat die zwei Plastiktüten bisher niemand.



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