×
Flüchtlingsbus wird wegen Glatteis zu Prince Rupert School umgeleitet / Happy End für acht Tage alte Boshra

Gestrandet

Rinteln. Salim Choôboni fasst sich an den Kopf. Lächelt kurz. Erzählt weiter. Enden wird die Geschichte des Algeriers in Rinteln, und zwar mit einem Happy End. Ihr nach Bad Iburg fahrender Bus wurde aufgrund der Glätte nach Rinteln umgeleitet, gemeinsam mit 53 anderen Flüchtlingen wurden sie kurzfristig in der Prince Rupert School untergebracht. „Zuerst hieß es, sie bleiben nur eine Nacht“, erinnert sich Einrichtungsleiter Eckhard Ilsemann. „Aber jetzt dürfen sie doch länger hier bleiben.“ Für Choôboni eine gute Nachricht, denn in der Prince Rupert School erhält die fünfköpfige Familie mit der erst acht Tage alten Boshra ein eigenes Zimmer, in dem die von der Geburt geschwächte Mutter zur Ruhe kommen kann.

Autor:

von Jakob Gokl

Bereits drei Tage nach der Entbindung, so erzählt Choôboni erregt dem DRK-Dolmetscher, musste die Familie Berlin verlassen und mit dem Zug weiter nach Braunschweig fahren. „Man hat uns ein Ticket ausgedruckt, uns den Zug gezeigt und wir fuhren los“, erzählt er. Gerade für seine Frau und das neugeborene Kind eine große Belastung. In Braunschweig angekommen erwies sich das Aufnahmezentrum als umfunktionierte Sporthalle. „Eine große Halle, dreckig, keine funktionierenden Toiletten“, beschreibt Salim Choôboni die Situation in Braunschweig.

Einige Tage später gab es die Möglichkeit, mit einem Bus ins 200 Kilometer entfernte Bad Iburg zu fahren. Die Familie ergriff die Chance, in der Hoffnung, dort eine kindgerechtere Umgebung für die kleine Boshra und ihre Geschwister zu finden. Doch aufgrund der Glätte musste der Bus nach vierstündiger Odyssee auf halber Strecke in Rinteln haltmachen, eine Weiterfahrt hielt man nicht für sinnvoll. „Wir konnten schnell ein Familienzimmer organisieren“, freut sich Sozialarbeiterin Ute Hornbostel über die Kooperationsbereitschaft der anderen Flüchtlinge, die aufgrund der erschöpften Neuankömmlinge sofort zusammenrückten und Platz machten. „Aber auch unsere Mitarbeiter haben ohne zu Murren Überstunden geleistet, um alles vorzubereiten.“

Momentan befinden sich mit den Neuankömmlingen etwa 500 Flüchtlinge in der Notunterkunft in der ehemaligen britischen Schule in der Rintelner Nordstadt, darunter sehr viele Familien, schwangere, teilweise allein reisende Frauen und kleine Kinder.




Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt