weather-image
14°

Geschichte(n) auf 74 Seiten

Bad Münder. Randvoll mit tollen Geschichten aus dem Deister-Sünteltal: Der Heimatbund Bad Münder hat jetzt die 38. Ausgabe des Söltjer vorgestellt.

270_008_6756146_Soeltjer_PRIO.jpg

Auch die sonst eher traditionsbewussten Mitglieder der münderschen Heimatbund-Ortsgruppe wagen mitunter Neues. So fand die Vorstellung des „Söltjer“ erstmals außerhalb der Stadtgrenzen statt – und zwar in der St.-Aegidienkirche zu Hülsede. Nicht geändert hat sich hingegen das inhaltliche Konzept der Heimatschrift.

Nach einem Orgelpräludium und Besichtigung der Gewölbeausmalungen in dem Gotteshaus drängten sich Vereinsmitglieder und Gäste im benachbarten Gemeindehaus zur offiziellen Vorstellung des neuen Hefts. Eine Aufgabe, die sich Ortsgruppen-Vorsitzender Michael Meier und Söltjer-Schriftleiter Hans-Georg Rabe teilten.

Verbunden mit der Einführung in die Beiträge des 38. Söltjers war diesmal ein ganz besonderes Anliegen. Rabe kündigte an: „Um unsere Aktivitäten, wie Museumsausstellungen und Veröffentlichungen, langfristig zu sichern, wollen wir eine Stiftung ins Leben rufen.“ Für deren Grundausstattung seien mindestens 50000 Euro erforderlich. Aus den Zinserträgen könnten, so hofft Rabe, regelmäßig die zur Beantragung öffentlicher Zuschüsse notwendigen Eigenanteile erbracht werden.

Mit dem überregional beachteten, auch wissenschaftlichen Ansprüchen durchaus gerecht werdenen „Söltjer“ greift das Autorenteam um Michael Meier, Dr. Gerd Kastendiek, Diethard Salzmann und Hans-Georg Rabe auch in der neuen Auflage wieder zahlreiche Themen aus den Bereichen Heimatgeschichte, Kunst, Biologie und Kultur des Deister-Süntel-Tals auf.

Hermann Weber etwa beschäftigt sich mit den alten Straßennamen, während Gerhard Honig dem Wildkatzenbestand in heimischen Wäldern nachspürt. Jürgen Sturm und Hans-Georg Rabe haben sich auf die ersten Spuren der organisierten Müllabfuhr in der Kurstadt geheftet, und Ulrich Manthey vom Museum auf dem Burghof in Springe hat einen bislang unentdeckten Aspekt der letztjährigen Pottland-Ausstellung aufgearbeitet. In seinem Beitrag „Irdenes Geschirr mit giftiger Glasur“ deckt er umwelt- und gesundheitsschädliche Produktionsverfahren von Keramiken im Weserbergland auf.

Besondere optische Leckerbissen des 74-seitigen „Söltjer“ sind die liebevoll gestalteten Farbseiten, auf denen Karl-Heinz Menzel die „bunte Vielfalt seiner botanischen Wanderungen im Deister-Süntel-Tal“ im Bild dokumentiert. Und die Premiere wäre kaum in Hülsede gefeiert worden, wenn nicht auch diesem Ort mit seiner bezaubernden kleinen Kirche Beiträge gewidmet worden wären.

Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare