weather-image
Historiker und Museumsleiter Dr. Stefan Meyer lehrt an der Sommeruniversität Rinteln

Geschichte - ein Studium fürs Leben

Rinteln (cok). Nicht nur Professoren und Universitätsdozenten prägen mit ihren Seminaren und Vorlesungen das Angebot der Sommeruniversität Rinteln, sondern auch Experten wie Dr. Stefan Meyer (41), der Leiter des Museums in Rinteln. Seine Vorträge und Exkursionen zur Geschichte der alten Universität oder zum dramatischen Geschehen rund um den Vollzug des letzten Todesurteils in Rinteln zeigen wie nebenbei, welch vielfältige Informationen und besondere Erkenntnisse sich mit einem Geschichtsstudium erschließen lassen.

Dr. Stefan Meyer. Foto: cok

Stefan Meyer studierte Neuere Geschichte, Politikwissenschaft und dazu auch Geographie und Stadtplanung in Hannover und Salzburg. Da er kein Lehramtsstudium gewählt hatte, war es für ihn lange vollkommen ungewiss, auf welchen Beruf sein Studium eigentlich hinauslaufen würde. Er hätte Journalist oder Autor werden können, Dozent an einer Universität oder Lektor in einem Verlag. "Geschichte ist ein Studium, das nicht direkt auf einen Beruf vorbereitet", meint er. "Das sollten sich die zukünftigen Studenten auf jeden Fall klar machen." Als ihm die Leitung des Rintelner Heimatmuseums "Eulenburg" angeboten wurde, ging es nicht nur darum, sich schnell und mit Leidenschaft in die Heimatgeschichte einzuarbeiten, sondern auch darum, das alte Museum mit einem modernen, kommunikativen Ausstellungs- und Veranstaltungskonzept umzugestalten. Wer durch die Räume des Museums wandert, wird interaktive Szenerien aus dem frühen Stadtleben vorfinden, kann sich mit einer Art Hörspiel in die Situation einer als Hexe verdächtigten Frau einfühlen oder auch in einen 50er-Jahre Wohnwagen einsteigen, wie ihn die damaligen Camper am Doktorsee so liebten. Die von ihm organisierten Ausstellungen haben ein beeindruckend weites Spektrum, indem sie nicht nur Heimatliches aufgreifen, sondern auch mal dem verrückten Genie Klaus Kinski gewidmet sind oder - aktuell - eine staunenswerte Sammlung internationaler Staatsgeschenke an die deutschen Staatsoberhäupter zeigen. Natürlich muss er sich ständig weiterbilden, ständig in neue Richtungen einlesen, eigentlich ständig weiterstudieren. "Dass ist für mich aber keine Belastung", sagt er. "Das genau ist es, was mich an meiner Arbeit so fasziniert." So manchem Schüler, der sich während der Sommeruniversität in Rinteln über seine zukünftige Studienwahl orientieren will, würde er wohl nahe legen, genau zu überlegen, ob er so etwas wie eine Berufung für das Geschichtsstudium spürt. "Wer beruflich auf Nummer Sicher gehen will, sollte seine Neigung zur Geschichte lieber in der Freizeit ausleben..." Während der Sommerunitage zwischen dem 21. und 27. Juli referiert er unter anderem über das Studentenleben zur Zeit, als die ersten Universitäten in Deutschland gegründet wurden (die Rintelner "Ernestina" gehörte dazu). Damals gab es zunächst überhaupt nur die vier Fakultäten der Theologie, Medizin, Juristerei und Philosophie. Die Sommeruniversität nun hat wesentlich mehr Fachrichtungen zu bieten, die den Teilnehmern für eine freie, bunte Kombination zur Verfügung stehen. "Macht das in eurem ersten Semester genau so", wird Stefan Meyer den jungen Leuten raten. "Ein Studium Generale öffnet den Blick für das, was für euch wirklich zählen kann."



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt