weather-image
-1°

Gerätewart in Bad Münder: Klaus Leibelt, Held im Hintergrund

BAD MÜNDER. Gurte, Leinen, Leitern, Scheinwerfer, Notstromaggregate, Tauchpumpen und Lüfter – die Fahrzeuge der Feuerwehr sind vollgestopft mit Technik und Material. Damit aber vor Ort keine Pumpe sprichwörtlich absäuft, kein Gurt hängen bleibt und keine Leiter abknickt, ist Klaus Leibelt da.

Klaus Leibelt überprüft den hydraulischen Spreizer. Das Gerät wird benutzt, um eingeklemmte Insassen zu befreien. Foto: Wurtmannen.

Autor:

Thora Wurtmann

Der stellvertretende Ortsbrandmeister in Bad Münder prüft regelmäßig jedes Gerät – seit etwa zehn Jahren.

Der Geräteprüfer ist gelernter Elektriker, zu Beginn arbeitete er noch im Schichtdienst an der Glashütte. Seine Kollegen hatten ihn damals in das Prüfungsamt gewählt – weil er technisch versiert sei, erinnert sich Leibelt. Inzwischen werden ihm vierzig Stunden im Monat für seine Tätigkeit angerechnet und von der Stadt vergütet. „Viel zu wenig Zeit“, gibt Leibelt zu bedenken. Hinzu kommt Büroarbeit, ehrenamtlich, denn inzwischen müsse alles genaustens protokolliert werden, damit der Versicherungsschutz bestehen bleibt. Aber natürlich auch, um einen besseren Überblick über die Einsatzgeräte zu haben.

„Als ich angefangen habe, gab es zum Teil Leinen, die dreißig Jahre und Leitern, die zehn Jahre nicht geprüft worden sind“, räumt der Feuerwehrmann ein. Unglücklicherweise käme dadurch aber auch immer mehr bürokratische Arbeit auf ihn und seine Kollegen zu. „Es muss hauptamtliche Menschen geben“, fordert Leibelt, Die Politik mache die Augen zu und sage: das gehe ja noch so.

Unterstützung bekommt Leibelt von seinem Sohn Mark und Sven Zimmermann. Hydraulische Rettungsgeräte und Hebekissen müssten nach jedem Einsatz auf Beschädigungen, Knickstellen und weitere Mängel geprüft werden. „Wenn die Einsatzzeit drei Stunden beträgt, braucht die Nachbereitung mindestens genauso lange.“ Beim Atemschutz haben sich die Kontrollen rapide verschärft – die Prüfungen übernehmen Gerd Gehlen und stellvertretend Christian Sill. Die Atemschutzgeräte müssen nach dem Einsatz außerdem gereinigt und in der Feuerwehrtechnischen Zentrale nach Emmerthal zur Wartung gebracht werden.

Nur für die Schutzkleidung ist jeder größtenteils selbst verantwortlich. TÜV, Reparatur und Inspektion der Fahrzeuge selbst sind Aufgaben der Stadt, erläutert Leibelt. Dazu zählt auch die Anschaffung neuer Fahrzeuge. Eine Zusammenarbeit, die Klaus Leibelt ausdrücklich lobt.

Relativ neu im Fuhrpark, über drei Jahre konzipiert ist, ein Hilfeleistungslöschfahrzeug, kurz HLF. Zusammen mit Ortsbrandmeister Uwe Behrendt hat er den „Zwitter“ über drei Jahre konzipiert. Das Fahrzeug beherbergt eine hydraulische Ausrüstung wie Schere und Spreizer für Verkehrsunfälle, um eingeklemmte Personen zu bergen, als auch Schläuche und Material zum Löschen. Zusätzlich ist das Multitalent mit einem Wassertank ausgerüstet, der zunächst ohne Zugang zu einem Hydranten 1000 Liter Wasser verbrauchen kann. Auch wieder Material, das von Leibelt geprüft werden muss.

Seit seinem 16. Lebensjahr ist Klaus Leibelt Mitglied der Feuerwehr, in 45 Jahren hat er sich bis zum Zugführer ausbilden lassen. Viel Aufwand, bei dem aber die Kameradschaft nie zu kurz kommt, betont Leibelt – dazu gehört das obligatorische Kaltgetränk und die gesellige Runde nach dem Einsatz. „Man muss die ganze Last nicht allein tragen“, sagt Leibelt.

Denn der nächste Berg Arbeit ist schon am Horizont zu sehen: Der Umzug der Feuerwehr in die Rahlmühler Straße ist beschlossene Sache – ein Umzug, der für die 60 Mitglieder der Feuerwehr ebenfalls viel Arbeit bedeutet.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt