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In diesem Landstrich werden Urlaubsträume wirklich wahr

Genießertour durch die Toskana

VON BRIGITTE BONDER

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Castellina / Siena. Der kleine Fiat Cinquecento wirbelt eine riesige Staubwolke auf und schnauft den Schotterweg zur Villa Le Barone hinauf. Die befestigten Straßen von Pinzano in Chianti hat er längst hinter sich gelassen und rollt durch die Weinberge zum antiken Herrenhaus der Bildhauerfamilie Della Robbia. Fröhlich winkt der Hausherr Count Corso de Larderel am Torbogen. Seine Cousine Herzogin Franca Visconti hat die ehemalige Fattoria, den italienischen Bauernhof, in ein kleines Hotel mit 30 Zimmern gewandelt. „Im Chianti geht es sehr gemütlich und familiär zu“, strahlt der Graf sichtlich entspannt und öffnet die knarzende Zimmertür zum antiken Schlafgemach. Nach hektischen Jahren in Paris kehrte er zur Rente in seine Heimat zurück und genießt seither die Ruhe im Rotweingebiet Chianti im Norden der Toskana.

An diesem sonnigen Nachmittag pflückt die Köchin im weitläufigen Park Feigen und Oliven für die Primi Piatti. „Zum ersten Hauptgang gehört hier ein Glas Chianti Classico“, empfiehlt der Hausherr den edlen Tropfen aus der Flasche mit dem schwarzen Hahn. Er kennt Land und Leute, gibt Ausflugstipps und chauffiert seine Stammgäste höchstpersönlich herum. Besonders sehenswert: Auf dem mittelalterlichen Burgturm im Weinort Castellina in Chianti etwa 15 Kilometer nördlich von Siena liegt dem Stufenbezwinger das waldreiche Weinbaugebiet des Chianti zu Füßen.

Südlich von Siena

beginnt die Postkartentoskana

Südlich von Siena ändert sich die Landschaft. Der Wald weicht kargen Hügeln mit Schafherden und langen Zypressenketten, kleine Dörfer scheinen wie vom Landschaftsmaler auf die Hügelspitzen getupft. Der Cinquecento quält sich die Schotterpiste Richtung Bagno Vignoni hinauf. Keine typisch italienische Piazza bildet den Mittelpunkt des winzigen Kurorts, sondern ein Wasserbecken olympischen Ausmaßes, das seit der Renaissance mit 51 Grad Celsius warmem Heilwasser gespeist wird. Das Baden ist heute aus hygienischen Gründen verboten, doch das stark mineralhaltige Quellwasser sprudelt auch in das Thermalbecken der benachbarten Adler Thermae Spa & Relax Resort, einer der ersten Wellnessadressen Italiens.

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  • Entspannung in der sonnenverwöhnten Postkartenlandschaft der Toskana – einfach herrlich.
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„Die Region des Orcia-Tals gehört zum Weltkulturerbe, weil sie seit Jahrhunderten unverändert ist und wie gemalt scheint“, sagt Claudia Zancolli, PR-Chefin der Adler Thermae. Die Landschaft hat schon in der Renaissance zahlreiche Künstler inspiriert, auch heute finden sich die Motive auf Kalendern und Postkarten. Die junge Frau öffnet die Terrassentür des Zimmers und zeitgleich einen einmaligen Ausblick in die Bilderbuchlandschaft. Ein perfekter Ausgangspunkt zu den Highlights der Region: Pienza wurde von Papst Pius II als Musterstadt der Renaissance errichtet, heute reihen sich italienische Cafés und kleine Lädchen mit zahlreichen Pecorino-Schafskäsesorten aneinander. Olivenöl, Gewürzmischungen für die toskanische Brotsuppe Ribollita oder Wildscheinwurst – Gourmets kommen hier auf ihre Kosten. Rotweinkenner zieht es nach Montalcino und Montepulciano auf ein Glas Brunello und Nobile.

Von der ehemaligen Sumpflandschaft ist in der Maremma heute wenig zu spüren. Das Etruskerland an der Küste lockt mit antiken Nekropolen, Badestränden und Fischerorten. Weinbau und Viehzucht bestimmen das Landschaftsbild, grüne Schirmpinien gesellen sich zu den Zypressen. Der Cinquecento rollt die knapp einen Kilometer lange, schnurgerade Schotterallee zum Weingut Tenuta La Badiola hinunter. Eine Herde großhörniger, weiß-grauer Rinder blickt hinter den typischen Schirmpinien neugierig auf. Rechts der historischen Zufahrt gedeihen Cabernet, Syrah und Merlot, links der Allee wächst die weiße Vermentinotraube, dahinter bedecken Olivenhaine die Berge.

Elena Antinucci holt den Acquagiusta in Weiß, Rosé und Rot aus dem Keller des Weinguts. „Es ist ungewöhnlich, dass ein Wein als Wasser bezeichnet wird“, findet die junge Italienerin und schenkt den hofeigenen Vermentino ein. „Der Name bedeutet ,Richtiges Wasser’ und grenzt sich vom ungenießbaren Sumpfwasser auf der anderen Seite des Weingutes ab“, erläutert sie. Wer auf dem Weingut wohnen möchte, zieht in die Villa L’Andana ein. Vom ehemaligen Jagdschloss Leopold II erstreckt sich ein herrlicher Ausblick über die Toskana mit ihren sanften Hügeln und Zypressen hinunter zum Mittelmeer. Eben eine Postkartenlandschaft, wie gemalt.

Weitere Informationen über das Land der Zypressen gibt es bei der italienischen Zentrale für Tourismus, Barckhausstraße 10, 60325 Frankfurt, 069 / 23 74 34, E-Mail: frankfurt@enit.it, Internet: www.italia.it



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