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Dorfjugend Wiedensahl besteht seit 50 Jahren: Drei Mitglieder unterschiedlicher Altersgruppen erzählen

Gemeinschaft in drei Generationen

Wiedensahl. Max und Moritz feiern 150. Geburtstag, doch das ist nicht der einzige runde Geburtstag, den es im Geburtsort von Wilhelm Busch in diesem Jahr zu feiern gibt: Die Dorfjugend von Wiedensahl freut sich über ihr 50-jähriges Bestehen.

Autor:

von virginé rolke

„Wir können nicht genau auf das Jahr sagen, ob es die Dorfjugend nun seit 50 Jahren gibt“, sagt Alina Heumann. „Aber es kommt ungefähr hin.“ Die 19-Jährige ist seit 2011 in der Dorfjugend aktiv und seit Anfang dieses Jahres im Vorstand tätig.

Diesen Platz hatten vor Heumann viele andere inne: zum Beispiel Horst Peeck. Der 65-Jährige hat die Anfänge der Dorfjugend miterlebt und sich tatkräftig engagiert. „Ungefähr 1970 hatten wir uns überlegt, die Dorfjugend zu einer Landjugend zu machen,“ erinnert sich der Wiedensahler. „Doch dann hätten wir uns als Verein eintragen lassen müssen, weshalb es doch bei einer Dorfjugend geblieben ist.“ 1966 erlebte Peeck sein erstes Erntefest als Mitglied der Dorfjugend und wurde im Laufe seiner aktiven Jahre in der Vereinigung gefragt, ob er nicht Lust habe, den Vorsitz zu übernehmen.

Ebenfalls im Vorstand war Anke Heinitz. Mitte der achtziger Jahre stieg die heute 46-Jährige als aktives Mitglied bei der Dorfjugend ein. Ihr erstes Erntefest feierte sie 1976 gemeinsam mit ihren Eltern. Alle drei sind sich einig: Die Dorfjugend biete einen guten Zusammenhalt. Ab einem Alter von 14 Jahren, also nach der Konfirmation, werden die Jugendlichen eingeladen, dabei zu sein.

„Es kam in den ganzen Jahren immer etwas Neues dazu, aber es ist auch vieles geblieben“, sagt Peeck. Zum Beispiel die Erntefeste. Diese Tradition hat sich gehalten. „Auch die Ausrichtung der Osterfeuer gehört dazu“, sagt der Wiedensahler und erklärt, dass sich die Jugendlichen 1975 das erste Mal um die Veranstaltung gekümmert habe.

„Auch die Dorfjugenden untereinander verstehen sich gut“, meint Heumann. Seit acht Jahren besuchen die Wiedensahler auswärtige Erntefeste mit ihrem Festwagen und andersherum. „In der Erntefestzeit sind wir fast jedes Wochenende unterwegs.“ Und wenn die Feste vorbei sind, wurde und wird sich nicht auf die faule Haut gelegt. Von Winterwanderungen mit Bollerwagen, einer Tagesfahrt nach Helgoland über ein Wochenende im Centerpark bis hin zur gemeinsamen Silvesterfeier – die Jugendlichen verbringen regelmäßig Zeit zusammen.

Wer eine Dorfjugend mit einer Zusammenkunft von Landwirten vergleicht, liegt in Wiedensahl allerdings falsch. „Wir haben nur ein paar Leute dabei, die eine Verbindung zur Landwirtschaft haben“, erklärt Heumann und Peeck stimmt dem zu: „Das war bei uns damals genauso.“ Wer in einer Dorfjugend aktiv ist, der wisse, dass sie sehr mit dem Ort verbinde, erzählt Heinitz. Wer neu dazu komme, werde von den Älteren mit „angelernt“. Die meisten Mitglieder stoßen durch ihren Bekanntenkreis zur Dorfjugend. „Mit der Einladung, die man nach der Konfirmation bekommt, wissen die meisten: Jetzt geht’s los.“




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