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Anlieger warnen: Autofahrer ignorieren die Verkehrszeichen in der Molkereistraße / Polizei ahndet Verstöße

Geisterfahrer in Lauenau: "Muss erst was passieren?"

Lauenau (nah). In der Molkereistraße leben Anlieger gefährlich. Geisterfahrer sind unterwegs, die die enge Fahrbahn gegen die erlaubte Richtung benutzen. Sie ignorieren die vorhandene Einbahnstraßenregelung und fahren vom Parkplatz unterhalb des Kindergartens "Blumenwiese" bis zur Einmündung Hausweidenfeld oder sogar weiter biszur Gartenstraße. Wie Anlieger berichten, ist es schon zu mehreren Beinaheunfällen gekommen. "Eines Tages passiert noch mal was", befürchtet Matthias Stroske.

Am Sonnabend wurde es dem Lauenauer zu bunt. Weil durch die "Fleckenfete" die Umleitungssituation in der Ortsmitte noch komplizierter wurde, suchten offenbar ortskundige wie auch ortsfremde Fahrer einen Schleichweg. Eigentlich wollte der junge Familienvater nur den Grünschnitt an seinem Grundstück beseitigen. Doch er kam nicht dazu: "Binnen einer Viertelstunde bretterten vier Autos in die falsche Richtung", erinnerte sich Stroskes Ehefrau Nicole, "da rief mein Mann die Polizei an." Sie selber hatte schon vor Tagen nur im letzten Augenblick mit einer Vollbremsung einen Unfall vermeiden können: Beim ordnungsgemäßen Abbiegen in die Einbahnstraße kam ihr in hohem Tempo ein Auto entgegen. Ansonsten ist die junge Mutter regelmäßig mit dem Kinderwagen unterwegs - "meistens mitten auf der Straße, weil der Bürgersteig so schmal ist". Doch neuerdings traut sie sich das kaum noch. Dass durch Molkereistraße und Hausweidenfeld die langen Ampelphasen an der Großbaustelle umfahren werden, sieht Nicole Stroske ja ein - "aber doch nicht gegen die Einbahnstraße". Besorgt sieht sie dem morgigen Schulanfang entgegen, weil es die Baustellensituation in der Coppenbrügger Landstraße vor den Ferien noch nicht gab: "Wenn die Eltern die Kinder in den letzten Minuten vor dem Klinglen zur Schule bringen, quietschen wieder die Reifen in den Kurven." Sie will sich gar nicht ausmalen, was dann mit einem entgegenkommenden Fahrzeug passieren könnte - oder mitSchulkindern, die den Bereich durchqueren. Die Stroskes stehen mit ihren Beobachtungen nicht allein. Auch Nachbarin Maria Haller nickt zu denÄußerungen: "Schon die Ausfahrt vom Grundstück oder aus der Garage wird zum Glücksspiel", bekennt sie, "denn man guckt ja nur nach oben". Dass "von unten" - also gegen die Fahrtrichtung - auch jemand kommen könnte, hat noch nicht jeder Bewohner verinnerlicht. Und sie denkt an die auf der normalerweise ruhigen Straße spielenden Kinder: "Wenn da etwas passiert, wäre es eine Katastrophe." Kraftfahrzeugmeister Bernhard Arnold, der kurz vor der Baustelle seinen Betrieb führt, beobachtet ebenfalls eine zunehmende Zahl von Autos, die vom nahen Parkplatz die Molkereistraße unerlaubt benutzen. Fast schlimmer noch aber findet er die vergebliche Umleitungssuche von Lastwagen: Zwei Sattelzüge hätten bereits rückwärts durch das Hausweidenfeld gelotst werden müssen,weil sie an der Einmündung in die Molkereistraße "stecken geblieben" seien. "Da müsste eigentlich eine 7,5-Tonnen-Beschränkung hin", findet er. Auf der Lauenauer Polizeistation sind die Klagen der Anlieger schon länger bekannt. "Wir haben mehrere Verstöße geahndet", bestätigte Georg Grotjahn auf Anfrage. Wer in der falschen Richtung ertappt wird, müsse ein Verwarngeld von 20 Euro bezahlen. Hat die Falschfahrt Folgen, sei auch ein höherer Betrag fällig. Für den Schulbeginn haben sich Grotjahn und sein Kollege Klaus Kutil eine verstärkte Präsenz in der Molkereistraße vorgenommen. Das Hoffen auf ein baldiges Ende des ersten Bauabschnitts in der Coppenbrügger Landstraße kann Grotjahn nicht teilen: Verschieben sich die Arbeiten ins nächste Teilstück, "dann kriegen wir sicher andere Probleme".




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