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Rodenberger Allee: Hauseigentümer fordern, dass die Bäume abgeholzt werden

Gegner zu spät: Platanen sind durch

Bad Nenndorf (rwe). Die Platanen in der Rodenberger Allee geraten erneut in die Diskussion. In der Anliegerversammlung zum bevorstehenden Umbau der Straße haben viele Eigentümer die Stadt aufgefordert, die Bäume zu entfernen. Vor allem Christoph Bock trat als Gegner hervor und will nun alles daran setzen, den Baubeginn am 13. Juni zu stoppen. Für die Politik kommen die Proteste zu spät. "Das Thema ist durch", sagt Ratsherr Herbert Kruppa, zugleich Vorsitzender des Bauausschusses.

Dies ist keine Umarmung. Vielmehr macht Christoph Bock auf den g

Er hat sie wachsen sehen. Von klein auf. Christoph Bock ist so etwas wie ein Ur-Nenndorfer. Seit seiner Geburt vor 77 Jahren lebt er in der Rodenberger Allee. Noch heute kann er sich auch gut erinnern, als die Bäume vor mehr als 50 Jahren gepflanzt wurden. "Damals hatten sie einen Durchmesser von zehn Zentimetern, heute sind es 1,30 Meter." Für ihn ist klar: Wenn die Allee ausgebaut wird, dann müssen die Bäume weg. In der Anliegerversammlung am vergangenen Donnerstag, bei der die Presse nicht im Saal bleiben durfte, soll Bock seinen Standpunkt so laut vertreten haben, dass er gebremst werden musste. "Dabei wollte ich mich nur stark machen für unsere Interessen hier." Mit seiner Ansicht steht er nicht allein da. Auch das wurde deutlich in der Zusammenkunft. Viel Beifall gab es für den ehemaligen Bestattungsunternehmer. So viel, dass Stadtdirektor Bernd Reese in einer Pressemitteilung schrieb: "Die weitaus überwiegende Mehrheit der Anlieger spricht sich für das Entfernen der Platanen aus." Ob es die Mehrheit war, das will Herbert Kruppa nicht so gesehen haben. "Die Meinungen sind geteilt", sagt der SPD-Ratsherr, der als Vorsitzender des Bauausschuss mit vorne am Tisch saß. Allerdings seien die Gegner der Platanen sicher lauter gewesen. Ein Einstieg zurück in die alte Debatte kommt für Kruppa nicht infrage, auch heute in der Sitzung um 19 Uhr im Forum des Gymnasiums werde sich der Bauausschuss vornehmlich mit der Bundesstraße 65 beschäftigen. Politisch komme das Thema nicht mehr auf die Tagesordnung. "Die Meinungsbildung ist abgeschlossen", verweist Kruppa auf die langen Diskussionen und die Unterschriftensammlung des Tankstelleninhabers Wolfgang Seifert zur gewünschten Erhaltung der Bäume. Auch Stadtdirektor Bernd Reese erinnert daran, dass der Ausbau "umfassend beraten" worden ist. Er will nur noch die Fraktionen und den Verwaltungsausschussüber das Ergebnis der Anliegerversammlung unterrichten. Wenn die Ausbauplanung dann bevorsteht, werde er die Öffentlichkeit darüber informieren. Die Proteste hätten ihn nicht überrascht. Es sei bekannt, dass es Befürworter und auch "scharfe Gegner" der Platanen gebe. An dem Abend sei denn auch jeder zu Wort gekommen. Anlieger Bock hätte sicher gerne noch mehr gesagt. Er will auch den Beschluss des Rates nicht einfach hinnehmen. Von den Politikern lebe doch keiner in der Straße. Auch die Unterschriften stammten von auswärtigen Leuten. "Herr Seifert wohnt nicht einmal in Bad Nenndorf." Er hätte sich gerne eher zu Wort gemeldet, "aber die Stadt hat uns gar nicht angehört". Argumente gibt es für ihn genug. Er befürchtet, dass die Stadt in fünf Jahren wieder Probleme mit den Bäumen haben wird. "Die Wurzeln wachsen schon jetzt unter die Häuser", klagt Bock. Er will nun die Nachbarn zum weiteren Protest auffordern und droht sogar mit gerichtlichen Schritten, um die Maschinen zu stoppen, denn die Aufträge sind vergeben, die Stadt hat das Verfahren weitgehend abgeschlossen - was auch in der Versammlung deutlich wurde. Dort stellte das Ingenieurbüro vor, wie die Rohre unterirdisch ausgetauscht werden, ohne die Platanen zu fällen. Zudem erneuert die Stadt die Bürgersteige, reduziert die Straße auf eine Breite von sieben Metern und legt Fahrradstreifen an. Die Mittel dafür stehen bereits im Haushalt, Mitte Juni beginnen die Arbeiten. Deshalb will Bock, der sich mit etwa 5000 Euro beteiligen müsste, schnell handeln. "Mir geht es aber nicht ums Geld." Kommen die Bäume weg, "dann bezahle ich gerne".

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