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Windparkgegner wehren sich gegen Vorwürfe / Studie gibt Auskunft über geeignete Windenergie-Flächen

„Gegenwind“ will klagen

Nordsehl/Lauenhagen. Die Nisthilfe für Weißstörche hätten „primär nichts mit dem geplanten Windpark zu tun“ – Bettina Vorndamme wehrt sich gegen die Vorwürfe von Adolf Deterding. Der Chef der Projektgesellschaft, die einen Windpark auf dem Gelände Nordsehl/Niedernwöhren plant, hatte den Naturschützern vorgeworfen, deren Pläne mit der Nisthilfe torpedieren zu wollen (wir berichteten).

Nabu-Mitglied Vorndamme, auf deren Grundstück die Nisthilfe steht, bezeichnet Deterdings Vorwürfe als Blödsinn und hält ihrerseits an der Geschichte fest: Deterding und andere Landwirte, die vom Windpark profitieren würden, hätten die Störche solange mit Lärm belästigt, dass diese nach fünf Tagen geflüchtet und sich einen anderen Platz an der Grenze zu Stadthagen gesucht hätten.

Vorndamme geht noch weiter: Als Teil der zehnköpfigen Bürgerinitiative „Gegenwind Nordsehl“ sagt sie: „Wir werden auf jeden Fall gegen den Windpark klagen.“ Vorwiegend aus Vogelschutzgründen. Denn ihrer Meinung nach ist das Gelände keineswegs für Windräder geeignet. Auf dem Gebiet hätte der Nabu bereits 2013 zahlreiche Vögel kartiert. Unter anderem Rot- und Schwarzmilane. Insgesamt sei das Gelände am Mittellandkanal Vogeldurchzugsgebiet. Wöchentlich kontrollierten die Mitglieder der Bürgerinitiative die Aushänge der Samtgemeindeverwaltung, um zu gucken, ob sich in Sachen Windpark-Planung etwas bewegt.

Auskunft über mehr oder weniger geeignete Flächen für Windräder gibt auch die Studie „Bewertungsgrundlage Windenergienutzung“, die der Landkreis als Abwägungsgrundlage für die Bauleitplanung der Gemeinden in Schaumburg in Auftrag gegeben hat. In einer daraus entstandenen Karte ist farblich eingestuft, welche Flächen aus Naturschutz und Landschaftssicht mehr oder weniger für Windflächen geeignet sind.

In dem Areal zwischen Nordsehl, Niedernwöhren, Kreisstraße und Kanal (siehe Karte) sind die unbedenklichen Flächen (weiß) vor allem im linken unteren Bereich. Die rechte Hälfte sowie der gesamte Streifen unterhalb des Kanals besteht überwiegend aus gelben, roten und lilafarbenen Flächen. Lila Flächen sollten aus Naturschutz- und Landschaftsbelangen nicht für Windenergienutzung beansprucht werden. Rote Flächen kommen nur in Ausnahmefällen in Frage – zum Beispiel wenn das jeweilige Kriterium am Standort bereits stark durch technische Anlagen vorbelastet oder anderweitig in seinem schutzwürdigen Charakter verändert wurde. In gelben Flächen wären Natur und Landschaft von einer Windenergienutzung erheblich beeinträchtigt. Das muss im jeweiligen Verfahren abgewogen werden.kil




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