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Naturschutzbund: Kein Bolzplatz in Krankenhagen auf dem Magerrasen

Gegen Teillöschung notfalls klagen

Rinteln (rd). Der Naturschutzbund in Rinteln (Nabu) zeigt sich enttäuscht über die Entscheidung des Umweltausschusses, dass die Teillöschung des Naturschutzgebietes (NSG) "Am Knickbrink" zugunsten eines Trainingsplatzes geprüft werden soll.

"Daran sieht man erneut, dass man im Landkreis Schutzgebiete nicht ernst nimmt und für jede Interessengruppe zur freien Disposition stellt", bedauert Nick Büscher, Vorsitzender des Nabu in Rinteln. Der Nabu, dem Jugendarbeit sehr wichtig ist, sieht in der Entscheidung ein falsches Signal. Jugendlichen müsse klargemacht werden, dass man für Freizeitspaß keine Schutzgebiete opfern darf, sondern nach naturverträglichen Lösungen suchen muss. "Es ist doch klar, dass Kinder und Jugendliche keine Achtung vor der Natur entwickeln können, wenn man ohne Berücksichtigung der fachlichen Belange ein Naturschutzgebiet für einen Bolzplatz zerstört", kommentierte gestern Biologe Thomas Brandt. Eine Teillöschung des Naturschutzgebietes sei besonders tragisch, da man ohnehin schon nur wenige Schutzgebiete im Landkreis Schaumburg habe. Die im NSG Knickbrink vorhandenen Lebensräume seien in Schaumburg besonders selten. "Der Landkreis Schaumburg ist mit knapp 1,5 Prozent Schutzgebietsanteil an der Gesamtfläche bereits eines der Schlusslichter in Niedersachsen. Das ist mehr als ein Armutszeugnis!" so Büscher. "Wir wissen, dass man in Krankenhagen das Naturschutzgebiet mit illegalen Eingriffen teilweise zerstört hat. Doch das als Argument zu nehmen, setzt das Signal, getreu dem Motto: Schädige einSchutzgebiet so lange, bis die Behörden die Schutzwürdigkeit bezweifeln - dann löst sich das Problem von ganz alleine!" Der Nabu lässt keinen Zweifel daran, dass er eine Teillöschung nicht kommentarlos hinnehmen wird. "Dann werden wir klagen und alle juristischen Möglichkeiten ausschöpfen", kündigte Büscher an.

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