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Initiativen in Flegessen und Hachmühlen wollen für den Erhalt beider Schulstandorte kämpfen

Gegen die Schließung – ab sofort gemeinsam

Flegessen (mow). In Flegessen und Hachmühlen formiert sich der Protest gegen die angekündigte Schließung eines Schulstandortes. Seit gestern werden in beiden Orten Unterschriften gesammelt, mit denen die Initiatoren die Unzufriedenheit der Bürger mit der Entscheidung dokumentieren wollen. Das gemeinsame Ziel der Initiativen in Hachmühlen und Flegessen: eine Resolution für einen Bürgerentscheid. Der Verwaltungsausschuss soll aufgefordert werden, über eine Umverteilung der vorhandenen Gelder nachzudenken, da die Bürger nicht mit der Politik ihrer gewählten Vertreter einverstanden seien.

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Eingeladen hatte die Initiative in Flegessen, um Interessierte aus dem Ort über den Stand der Entwicklung und die Pläne des Gremiums zu informieren. Marion Hecht als Vorsitzende des Schulelternrates Flegessen moderierte die Veranstaltung, die aus zwei Teilen bestand: Zunächst berichtete Brunhilde Meyer, Rektorin in Flegessen, über ihre Schule, anschließend Ortsbürgermeister Detlef Olejniczak über den Zukunftsvertrag und die bevorstehende Bestandsaufnahme – eine Veranstaltung, bei der zunächst die Vorteile der Grundschule Flegessen deutlich in den Vordergrund gerückt wurden. Meyer stellte die Schulsituationen dar und berichtete auf Drängen Olejniczaks über das Ergebnis der Schulinspektion von 2009, die die Grundschule Flegessen als beste Grundschule im Stadtgebiet und als eine der besten im Land Niedersachsen bestanden habe. Auf Nachfrage aus dem Publikum bestätigte sie, dass auch die anderen Grundschulen im Stadtgebiet „sehr ordentlich“ abgeschnitten hätten – aber die Einrichtung in Flegessen eben als Beste der Stadt. Olejniczak betonte, dass die Schulleiterin bisher bescheidenerweise nicht über dieses hervorragende Ergebnis gesprochen habe, er aber der Meinung sei, dass dieser Umstand stolz erwähnt werden dürfe – wenn er auch keinerlei Auswirkung auf die Entscheidung für den Erhalt eines Schulstandortes hätte. Hierbei zählten lediglich finanzielle Faktoren wie die Bausubstanz, erforderliche Investitionen auch in Hinsicht auf die Inklusion und die Verkaufbarkeit der Immobilie. Zur Inklusion, also der Beschulung von Kindern mit Handicap in Regelschulen, sagte Meyer, dass die Grundschule Flegessen bereits teilweise barrierefrei sei und über Behindertentoiletten im Schulgebäude und der Turnhalle verfüge. So stünde sie ohne größeren finanziellen Aufwand direkt als Übergangsschule für die Stadt Bad Münder zur Verfügung.

Die dringendste Frage des Abends nahm schließlich den größten Raum ein: die nach der tatsächlichen Notwendigkeit der Schulschließung. Zwar sei in Paragraf zwei des Zukunftsvertrages die Schließung eines Grundschulstandortes festgeschrieben worden, gleichzeitig werde aber in der Präambel lediglich verlangt, dass die Stadt die erforderliche Summe einspare. Es könnte also beispielsweise durch eine weitere Anhebung des Hebesatzes der Grundsteuer durchaus jährlich die Summe aufgebracht werden, die eine Schließung einsparen würde, erklärte Olejniczak. Dieser Umstand soll nun rechtlich geprüft werden. Auch die Möglichkeit, den Betrag über Spenden oder Sponsoren einzuwerben, wurde aus dem Publikum angeregt.

Immer wieder gab es Unmutsbekundungen über die Politik der Stadt Bad Münder, die 200 000 Euro für Parkplätze ausgäbe oder eben 23 000 Euro für ein Gutachten. Einig waren sich die Teilnehmer mit den wenigen Gästen aus Hachmühlen, dass beide Orte an einem Strang ziehen müssten, um die Schließung zu verhindern. „Der große Pluspunkt, den die Stadt hat, ist, dass sie uns gegeneinander losgeschickt hat“, machte Melanie Matuszak-Röhrig, eine der Sprecherinnen der Hachmühlener Initiative, deutlich. Wenn sich die Orte in ihrem Kampf für den Erhalt der Schulstandorte verbündeten, sei dieser Nachteil wettgemacht.



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