weather-image

Gearbeitet wird im Hintergrund

Bad Münder. Die Awo Gesundheitsdienste kämpfen schon seit geraumer Zeit mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Im vergangenen Monat hat das Amtsgericht Hannover dem Antrag des Tochterunternehmens des Awo-Bezirksverbandes Hannover auf ein Insolvenzplanverfahren in Eigenverwaltung stattgegeben. Die Suche nach einer Lösung läuft auf Hochtouren.

270_008_7723577_lkbm10114awo_gsd14.jpg
Jens

Autor

Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Während in Hann. Münden, neben Bad Münder zweiter großer Standort der Awo Gesundheitsdienste (GSD), auch öffentlich Kritik am Geschäftsmodell der Awo GSD geübt wird und die örtliche CDU dem Management eine Destabilisierung des Gesundheitsstandortes vorwirft, ist die Situation in Bad Münder auffällig ruhig. „Das bedeutet aber keineswegs, dass nicht an dem Thema gearbeitet wird“, macht der heimische Landtagsabgeordnete Ulrich Watermann deutlich. Über alle Parteigrenzen hinweg seien Akteure wie der Bürgermeister, Vertreter der Politik und die beiden heimischen Landtagsabgeordneten miteinander verzahnt, stünden in Kontakt mit den Verantwortlichen der Awo und des vorläufigen Insolvenzverwalters. Auch Verantwortliche in der Landespolitik vom Ministerpräsidenten bis zur Ministerin für Soziales und Gesundheit seien „sehr dicht an der Problemlage“, um dafür zu sorgen, dass sich die Entwicklung ins Positive wende, berichtet der Abgeordnete.

Wo genau die Reise hingehen wird, weiß Watermann genauso wenig wie die anderen Beteiligten. Dass die betroffenen Standorte allerdings langfristig von der Awo betrieben werden, wird von Insidern als höchst unwahrscheinlich eingeschätzt. Die Verkaufsbemühungen im Vorfeld des Insolvenzplanverfahrens seien ein deutliches Zeichen, Interesse anderer Klinikkonzerne ein weiteres. „Da sind alte und neue Akteure im Spiel“, sagt ein Eingeweihter. Dem Vernehmen nach gibt es in Hann. Münden deutliches Interesse des Krankenhauskonzerns Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) an der Übernahme des Nephrologischen Zentrums Niedersachsen (NZN) und des Krankenhauses Hann. Münden, beide werden derzeit von den Awo GSD betrieben und sind von der Insolvenz betroffen. Mit der Übernahme könnte der in Kassel angesiedelte Krankenhauskonzern sein Engagement auf Niedersachsen ausweiten, zudem sein medizinisches Spektrum um den Bereich der Transplantationsmedizin erweitern.

Eine weitere Unbekannte in den Verhandlungen ist die Positionierung der Medizinischen Hochschule Hannover und der Uniklinik in Göttingen. Beide arbeiten bereits jetzt mit Einrichtungen der Awo GSD in Bad Münder und Hann. Münden zusammen und waren auch in die Gespräche zum Verkauf eingebunden. Sowohl die Deister-Süntel-Klinik als auch die Rehabilitationsklinik in Bad Münder sind akademische Lehrkrankenhäuser der MHH. Die Chancen auf eine finanzielle Beteiligung gelten allerdings als gering.

Dass auch ohne öffentliche Statements die Politik in Bad Münder das Thema intensiv begleitet, macht Uwe Nötzel, kommissarischer SPD-Stadtverbandsvorsitzender, deutlich. „Gerade als Kommunalpolitiker leben wir natürlich in dem Bewusstsein, dass wir diese Probleme nicht lösen können. Es geht um die Wirtschaftskraft, aber es geht auch um die Mitarbeiter, um Menschen. Die Frage der Entwicklung ist von enormer Bedeutung.“ Eine Auffassung, die auch CDU-Standverbandschef Hans-Ulrich Siegmund teilt. „Ein immens wichtiger Standortfaktor“, sagt er.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt