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Zivilverfahren zwischen Eigentümer und Pächter / Über tausend Unterschriften für Erhalt des Idylls

"Garten der geliebten Steine" - droht das Aus?

Rinteln (ur). Es nennt sich so harmlos "Gütetermin", was da am Donnerstag, 19. Juli, im Rintelner Amtsgericht in öffentlicher Verhandlung vor sich geht. Tatsächlich aber geht es im Zivilverfahren Harting contra Lechelt um die Frage, ob es im Jubiläumsjahr des "Gartens der geliebten Steine" noch den Hauch einer Chance gibt, dieses über Schaumburg hinaus bekannte Ausflugsziel zu erhalten oder ob das Idyll an der Paschenburg einem jahrelangen Kleinkrieg zum Opfer fällt.

Ein kreatives Idyll an der Paschenburg: der "Garten der geliebte

Die Paschenburg ist mit dem umliegenden Areal Eigentum von Herbert Harting aus Welsede - der nach erfolgter Räumung der übrigen Wohnungen auf der Paschenburg seit Jahr und Tag versucht, sich auch von Bildhauer Peter Lechelt als Wohnungsmieter und Pächter der Remise zu trennen. Dabei begann das Mietverhältnis vielversprechend, wie sich Lechelt erinnert: "Harting selber war es, der mich 1997 an meinem damaligen Wohnsitz in Bodenengern anrief und vorschlug, die Remise künftig als Werkstatt und die darum liegende Streuobstwiese als Ausstellungsfläche zu nutzen." Außerdem könne er auch eine nochnicht renovierte Wohnung in der Paschenburg nutzen: "Einen Vertrag dafür brauchen wir ja zunächst nicht - für mich gilt immer noch: Ein Mann, ein Wort", erinnern sich Lechelt und eine Zeugin. Irgendwann entwickelte sich ein Riss in dieser zunächst so hoffnungsvollen Zusammenarbeit. Zunächst kamen einige Mieteingänge von Lechelt mit Verzögerung, weil er wegen einer Borreliose vorübergehend nicht arbeiten konnte, doch wurden diese Rückstände rasch beglichen - wurden aber bei späteren Kündigungen als Mitgrund angegeben, "obwohl sich die Vollzugszinsen nur auf ganze 38 Euro summiert hatten". Substanzieller scheinen zunächst andere Gründe, die Harting vortrug. So sah er den Hausfrieden durch "nächtliches Klopfen" gestört und gab an, von seinem Pächter mit Begriffen wie "Krauter" und "Geschäftemacher" beleidigt und in diesen Auseinandersetzungen auch bedroht worden zu sein. Lechelt hält dagegen, dass der Kläger ihn mehrfach zu Unrecht bei der Staatsanwaltschaft der Sachbeschädigung bezichtigt habe: "Die Ermittlungen dazu wurden sämtlich ohne Ergebnis eingestellt." Weitere Vorwürfe beziehen sich auf Verunreinigungen des Grundstücks, nicht genehmigte Übernachtungen in der Remise sowie Parken der Besucher in behindernder Weise, wozu der Rechtsvertreter von Lechelt gegenüber dem Gericht vorgetragen hat, dass sein Mandant bei Veranstaltungen eigens einen Toilettenwagen gemietet habe und dass das Parken von Besuchern zunächst durchaus in der Intention von Harting lag, das Interesse an der Restauration durch einen Skulpturengarten zu erhöhen. Mitüber tausend Unterschriften haben inzwischen Besucher des Skulpturengarten ihr Interesse am Erhalt bekundet und auch Vertreter der Stadtverwaltung äußerten den Wunsch, das kreative Idyll zu erhalten, boten aber auch schon Hilfe bei der Suche nach einem alternativen Standort an. Für Lechelt allerdings wäre dies kaum vorstellbar: "Ich wüsste nicht, wie ich einen Umzug mit den tonnenschweren Skulpturen kurz- bis mittelfristig bewerkstelligen sollte, ohne das Projekt damit zu liquidieren."



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