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CDU zweifelt höheren Bedarf an

Ganztagsschule: 80 oder 120 Plätze in der Mensa?

Stadthagen (jl). Die Grundschule Am Sonnenbrink soll zum nächsten Schuljahr mit dem Ganztagsbetrieb starten. Das ist in der Stadthäger Politik unstrittig. Aber wie groß soll die Mensa gebaut werden? Darüber gab es in der Sitzung des Rates am Montagabend heftige Auseinandersetzungen.

Seit dem Grundsatzbeschluss des Rates zur Umwandlung der drei Stadthäger Grundschulen auf Ganztagsbetrieb in einem Mehrstufenplan vom Februar dieses Jahres sind erste Weichenstellungen vorgenommen worden. Sie betreffen die Grundschule Am Sonnenbrink, die zum 1. August 2009 die erste Ganztagsgrundschule werden soll. In einer Bedarfserhebung, an der sich 64 Prozent der befragten Schülerfamilien beteiligt haben (einbezogen wurden auch die künftigen Erstklässler im Schuljahr 2009/10), ist ein großes Interesse am Ganztagsangebot deutlich geworden. Von den 268 Familien, die geantwortet haben, wünschen sich 170 Eltern (63 Prozent) für ihre Kinder eine Ganztagsschule. An diesem Ergebnis hat sich nach Angaben von Bauamtsleiter Manfred Fellmann die Planung der Mensa orientiert. Diese war vor der Umfrage auf 80 Plätze konzipiert gewesen und hätte so rund 750 000 Euro gekostet. Verwaltung und Schule gehen inzwischen aber von einem größeren Bedarf aus. Rechnet man das Umfrageergebnis von 63 Prozent auf die gesamte Schülerzahl hoch, wird es mittelfristig 220 bis 270 Ganztagsschüler geben. Dafür seien 110 bis 135 Mensaplätze erforderlich, um das Essen in zwei Schichten einzunehmen. Kosten: rund 1,16 Millionen Euro. Diese Dimension erscheint der CDU als eine Nummer zu groß. Marita Gericke (CDU) verwies auf das Beispiel der Grundschule Am Harrl in Bückeburg, wo in vier Schichten gegessen werde, was durchaus gut funktioniere. Die Kostendifferenz von rund 400 000 Euro sei schließlich kein Pappenstiel. Gerickes Fraktionskollege Heiko Tadge stellte daher den Antrag, die Option mit 80 Plätzen noch einmal ernsthaft zu prüfen. Er bezweifelte, dass der Bedarf so hoch sei, wie von der Verwaltung kalkuliert. Die SPD/FDP-Gruppe ließ sich auf diesen Vorschlag einer erneuten Prüfung ein, wenngleich deren Sprecher Karsten Becker prognostizierte: "Ich bin ganz sicher, es wird bei dem ermittelten Bedarf von 120 Plätzen bleiben." Richard Wilmers (Grüne/Wir) ergänzte, für ein Essen in vier Schichten "ist bei einer derart großen Schülerzahl die Mittagspause gar nicht lang genug". Lothar Biege (FDP) fügte hinzu, auch aus pädagogischen Gründen sei ein Zweischichtbetrieb angemessener. Ein endgültiger Beschluss in dieser Frage muss laut Bürgermeister Bernd Hellmann noch in diesem Jahr fallen. Spätestens im März 2009 müsse der Bau nämlich beginnen, damit die ersten Essen zum Schuljahresbeginn 2009/10 ausgegeben werden können. Sprecher von SPD und Grünen machten deutlich, dass Stadthagen im Blick auf die für den Ganztagsbetrieb erforderlichen Personalkosten in Vorleistung für das Land gehe, das alsbald in der Pflicht sei. Die Stadt tue dies, weil "dies der Schultyp der Zukunft ist und wir unverzüglich in die bessere Bildungsfähigkeit unserer Kinder investieren wollen", sagte Becker.




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