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Nach hundert Jahren wieder geweiht / Verkauf von Orgelpfeifen soll Teil der Kosten einspielen

Ganze Kraft und voller Klang für die Königin

Bisperode (sto). In der Peter-und-Paul-Kirche ertönt die „Königin der Instrumente“, wie Friedrich Cassens vom Landeskirchenamt das Instrument nennt, wieder mit ganzer Kraft und vollem Klangvolumen. Genau hundert Jahre, nachdem der Salzhemmendorfer Orgelbauer Heinrich Faber sie gebaut und aufgestellt hat, ist das kostbare Instrument nach Sanierung und Modernisierung durch die Fachfirma Seifert aus Kevalaer wieder geweiht worden. „Ein schöner Anlass für einen Superintendenten, der dafür bekannt ist, nicht immer Positives mitzubringen“, so Christian Castel.

Christoph Becker-Foss freut sich mit den Organisten Hendrik Rau

Bisperode (sto). In der Peter-und-Paul-Kirche ertönt die „Königin der Instrumente“, wie Friedrich Cassens vom Landeskirchenamt das Instrument nennt, wieder mit ganzer Kraft und vollem Klangvolumen. Genau hundert Jahre, nachdem der Salzhemmendorfer Orgelbauer Heinrich Faber sie gebaut und aufgestellt hat, ist das kostbare Instrument nach Sanierung und Modernisierung durch die Fachfirma Seifert aus Kevalaer wieder geweiht worden. „Ein schöner Anlass für einen Superintendenten, der dafür bekannt ist, nicht immer Positives mitzubringen“, so Christian Castel. Der Superintendent erläuterte, die Orgel habe ihren Ursprung in der Panflöte. Ihre Musik sei wie eine direkte Ansprache an Gott. Den Klang des Instruments erlebten die Besucher bei einem Orgelkonzert mit Professor Christoph Becker-Foss. Unter anderem waren Stücke von Johann Sebastian Bach, Johann Gottfried Walther und Max Reger zu hören. Becker-Foss sei der „geistige Vater“ der Orgel, denn er habe die Disposition (damit ist die Gesamtanlage der Orgel gemeint) unter Verwendung einer großen Zahl vorhandener Stimmen erarbeitet. „Herr Becker-Foss hat die ganze Maßnahme mit gutem Rat und hohem Sachverstand begleitet“, betonte Franz Peters. Darüber hinaus würdigte der Orgelbauer der Firma Seifert die gute Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde am Ith und bedankte sich bei allen Helfern. Besonders bei Günter Unger, den er als „Motor der Orgel“ bezeichnete.

Unger, der sich zehn Jahre lang um die Sanierung bemüht hat, erläuterte, dass es seit über 20 Jahren Probleme mit der aufwendigen pneumatischen Steuerung gegeben habe. Da eine Reparatur des komplizierten Systems viel zu kostenintensiv gewesen wäre, habe man sich für eine technische Erneuerung unter Wiederverwendung des guten Pfeifenmaterials entschieden. Als „Mann der Zahlen“ gewährte Unger einen Einblick in die finanzielle Seite. Die Gesamtkosten der Sanierung betragen 125 000 Euro. Von diesem Betrag seien mehr als 41 000 Euro durch Spenden der Gemeindemitglieder und einiger Firmen zusammengekommen. Die Landeskirche habe das Projekt mit 37 500 Euro und der Kirchenkreis mit 30 000 Euro bezuschusst. Von der Stiftung der Volksbank seien 10 500 Euro und von der Volksbank am Ith 1500 geflossen. Die Stiftung der Sparkasse Weserbergland habe das Projekt mit 3000 Euro unterstützt. Mit dem Verkauf der ausgebauten Orgelpfeifen soll der noch fehlende Betrag erwirtschaftet werden.

Aus Kostengründen wurde die in einem Eulerprospekt aus dem Jahr 1830 eingebettete Orgel von 16 auf 14 Register reduziert. Etwa 80 Prozent der alten Orgelpfeifen wurden in eine moderne Technik eingebaut und wieder eingesetzt. „Dadurch konnte der ursprüngliche Faber-Klang erhalten werden“, betont Unger. Die endgültig entfernten Pfeifen seien durch neue ersetzt worden. Entfernte Holzpfeifen will die Kirchengemeinde am Ith der St.-Margarethen-Kirchengemeinde für deren geplante Sanierung der Orgel zur Verfügung stellen. Zur Weihe war auch Carsten Krabbes aus Hannover gekommen. Der ehemalige Pastor der Kirchengemeinde am Ith hatte zur Sanierung beigetragen.

Kirchenpatron Andreas Voß (Mi.), Hubertus von Blum (2. v. re.) m
  • Kirchenpatron Andreas Voß (Mi.), Hubertus von Blum (2. v. re.) mit Dietrich Römer, Volksbank am Ith, Friedrich Cassens, Landeskirche, Wilhelm Munzel, Sparkasse Weserbergland, und Christian Castel.
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Die Kirche hat ihre prunkvolle Orgel wieder – restauriert von einer Fachfirma, genau hundert Jahre, nachdem der Salzhemmendorfer Orgelbauer Heinrich Faber sie gebaut hatte.

Fotos: sto (2), pr

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