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Unternehmen sehen sich als Motor

Gästestatistik: Kliniken und KurT im Zwist

Bad Nenndorf (rwe). Die steigendenÜbernachtungszahlen in der Stadt Bad Nenndorf haben zu einer Kontroverse zwischen den Klinikbetreibern und der Kur- und Tourismusgesellschaft (KurT) geführt. Die Geschäftsführer Horst Schiller und Peer Kraatz werfen KurT-Geschäftsführerin Silke Busche vor, sich mit fremden Federn zu schmücken und die erfolgreiche Arbeit in den Kliniken nun als Ergebnis der eigenen Vermarktung zu verkaufen. Die KurT-Chefin weist den Vorwurf zurück. Die Zahlen seien in allen Bereichen gestiegen.

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Eigentlich gibt es nichts zu meckern. Denn dieÜbernachtungszahlen in Bad Nenndorf sind 2007 nach dem Tiefpunkt 2006 wieder deutlich gestiegen. Doch der Erfolg hat bekanntlich viele Väter. Über die Ursachen dafür sind die beiden großen Kliniken nun in Zwist mit der Kur und Tourismusgesellschaft geraten. Deren Geschäftsführerin Silke Busche hatte vorige Woche auf die gute Entwicklung hingewiesen (wir berichteten). Grundlage dafür waren die Zahlen aus dem Statistischen Landesamt. Dem müssen alle Beherbungsbetriebe ihre Buchungen melden. Und danach steht gemessen an 2006 ein dickes Plus hinter dem Jahr 2007 (die Zahl stieg von 238 254 auf 249 950Übernachtungen). Busche sah die KurT in ihrer Arbeit bestätigt und den Ort im Aufwärtstrend. Diese Schlussfolgerungen wollen die Betreiber der Kliniken nicht unkommentiert stehen lassen. Denn die positive Entwicklung sei dem Anstieg derÜbernachtungen in ihren Häusern zu verdanken, erklären Horst Schiller (Klinik Niedersachsen) und Peer Kraatz (Rheumaklinik) im gemeinsamen Pressegespräch. Um diese Aussage zu untermauern, legen sie die Belegungszahlen auf den Tisch. So stiegen diese in der Klinik Niedersachsen von 77 079 im Jahr 2006 auf 91 842. Die Rheumaklinik des Staatsbades verbesserte sich von 74 026 auf 79 545Übernachtungen. Zusammengerechnet kommen beide Häuser durch ein Plus von mehr als 20 000 auf 171 387Übernachtungen, das entspricht einem Anteil von 68,6 Prozent an der Gesamtheit in Bad Nenndorf. Laut Berechnung der beiden Diplom-Kaufleute müsste es sogar einen Rückgang in der übrigen Belegung geben. Jedenfalls ließen die Zahlen ihrer Ansicht nach nicht zwangsläufig auf eine erfolgreiche Vermarktung des Ortes schließen. Die beiden betonen, die touristische Arbeit der KurT nicht schlecht machen zu wollen, wünschen sich aber ein engeres Miteinander. Sie würden sich gerne einbringen, um die Kurstadt voran zu bringen. Basis dafür müsse aber der ehrliche Umgang mit den Zahlen sein, fordert Horst Schiller. Gerade bei den natürlichen Heilmitteln, die von KurT angepriesen und durch das Staatsbad vertrieben werden, registriert dessen Chef Peer Kraatz einen Rückgang. Statt 1430 Abgaben im Jahr zuvor wurden 2007 nur noch 1030 Behandlungen gewünscht. Die Zahl der dafür von KurT vermittelten Kurgäste sank von 214 auf 139. Zwar werde groß mit den Naturmitteln geworben, aber auf dem Stadtplan im neun Gastgeberverzeichnis fehle der Hinweis auf das Badehaus, ärgert sich Kraatz. Bad Nenndorf sei das Wolfsburg der Kurbäder, zog er einen Vergleich zur grauen Maus der Fußball-Bundesliga. Der Ort sei farblos und ohne Gesicht. Auch sein Kollege Schiller macht sich Sorgen um die Zukunft. Er verweist darauf, dass die Kur- und Tourismusgesellschaft nicht nach der ISO-Norm zertifiziert ist. Das müsse aber sein, will die Stadt im Prädikatisierungsverfahren den Status als Heilbad nicht verlieren. Der Prozess zum Qualitätsmanagement sei im Gange, versichert Silke Busche. Die KurT-Chefin wundert sich über die harschen Töne, denn sie habe erwähnt, dass die Kliniken ihren Anteil am Anstieg hätten. Allerdings seien deren genaue Zahlen aus datenschutzrechtlichen Gründen im Bericht des Landesamtes nicht aufgeführt und ihr nicht bekannt. Zugleich wehrt sie sich gegen den Vorwurf, sich mit fremden Federn schmücken zu wollen. Die Präsentation auf Messen und die Veranstaltungen in der Wandelhalle hätten auch dazu beigetragen, mehr Gäste in den Ort zu holen. Sie verweist dabei auf die amtliche Statistik. Von einem Rückgang sei dort nichts zu lesen. Die Zahl der Übernachtungen in den Hotels stieg von48 082 auf 56 565 und die in den Pensionen von 20 069 auf 22 446. "Ich kann mich doch nur an diese Daten halten", sagt Busche. Auch sie wünscht sich einen stärkeren Austausch mit den Kliniken und plädiert dafür, auch weiterhin bei der Bekanntgabe der Übernachtungszahlen den gesamten Ort zu sehen und nicht nur einzelne Sparten. Das geschehe auch woanders so - beispielsweise "auf Sylt oder in Bad Pyrmont".



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