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Fußgängerzone: SPD-Ortsverein gegen neue Verkehrsführung

BAD MÜNDER. „Das Recht nehmen wir uns raus“, sagt Siegfried Schönfeld, „wir können damit nicht konform gehen.“ Das SPD-Mitglied schimpft über den Vorschlag von Dr. Helmut Burdorf, Chef der Grünen in Bad Münder, den Verkehr in der Fußgängerzone neu zu regeln.

Fußgängerzone für den Verkehr öffnen, ja oder nein? Die SPD-Basis ist gegen den Vorschlag von Grünen-Chef Burdorf. Foto: Dittrich
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Benedikt Dittrich Redakteur zur Autorenseite

Schönfeld ist davon überzeugt: „Die Strukturen der Fußgängerzone haben sich über viele Jahre hinweg bewährt.“

Die Zufahrt zum Kirchhof nur noch über die Echternstraße – davon hält Schönfeld überhaupt nichts. Dafür bekam er am Mittwochabend breite Unterstützung bei der Mitgliederversammlung des SPD-Ortsverbands – der Antrag wurde einstimmig angenommen. Unterstützung erhielt er auch von Uwe-Peter Keil, Stadtverbandsvorsitzender und Fraktionsmitglied im münderschen Stadtrat: „Siggi hat grundsätzlich in allen Punkten recht.“

Vorausgegangen war eine hitzige Diskussion über die Situation in der Fußgängerzone. Schönfeld und seine Genossen sehen, genau wie Burdorf, Verbesserungsbedarf in der verkehrsberuhigten Innenstadt. Das war es dann aber schon mit den Gemeinsamkeiten, denn statt eines komplett neuen Verkehrskonzepts fordern die Sozialdemokraten nur Änderungen an einzelnen Stellschrauben.

Unterstützung gab es für den Vorstoß von Christa und Helmut Steinwedel, die vor allem kritisierten, dass vor der Post an der Langen Straße wild geparkt werde. Kontrollen gebe es nicht. Dem pflichtete auch Robert Ascher bei, der im selben Atemzug Parkgebühren wie in Hameln vorschlug: „Da zahlt jeder seinen Obolus.“ Bei der Einführung würden sich sicher einige beschweren, „aber nach einem Jahr ist das vorbei“. Das würde auch Geld in die Stadtkasse spülen.

Dem hielt widerum Keil entgegen: „Das umzusetzen ist nicht so einfach.“ Neben gesetzlichen Regularien, die zu beachten seien, verweist er auch auf die Personalsituation der Stadt, die die SPD mit zu verantworten habe: „Die Verwaltung ist auf Kante genäht.“ Würde mehr kontrolliert, müssten in der Verwaltung andere Aufgaben aufgeschoben werden.

Damit geht die Debatte um die mündersche Innenstadt und Burdorfs Ideen dazu in die nächste Runde. Das Konzept der Grünen (wir berichteten) sei sicher an der Parteibasis entwickelt worden, hieß es auf der SPD-Versammlung im Terrassen-Café. Entsprechend nehme man sich jetzt auch an der SPD-Basis das Recht raus, eben dieses Konzept zu kritisieren – auch wenn die SPD im Stadtrat mit den Grünen zusammenarbeitet.

Ob und wie sich die Fußgängerzone verändern soll, soll nicht nur parteiintern diskutiert werden. Im April soll es laut Keil eine erste Bürgerversammlung geben, bei der alle Änderungsvorschläge für die Innenstadt der münderschen Bevölkerung vorgestellt werden sollen. „Bis dahin wird die Verwaltung mit einem Stadtplaner klären, welche Veränderungen überhaupt machbar sind“, so Keil weiter. Was von vornherein technisch unmöglich ist, darüber bräuchte man schließlich auch nicht zu diskutieren.

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