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Fußgängerzone Bad Münder: Bleibt alles anders?

BAD MÜNDER. An der Nutzung des Kirchhofs entzündet sich die Debatte über die Umgestaltung der Fußgängerzone. Neben SPD-Bürgermeister Hartmut Büttner sieht auch CDU-Fraktionschef Hans-Ulrich Siegmund den Plan der Grünen kritisch.Initiator Helmut Burdorf verteidigt die Idee – und verweist auf weitere wichtige Aspekte.

Bleibt die Fußgängerzone in der Echternstraße oder nicht? Darüber streitet jetzt die Politik. Foto: Dittrich

Autor:

benedikt Dittrich Und Christian Zett

Wie berichtet soll eine öffentliche Veranstaltung vor den Osterferien die verschiedenen Positionen in Sachen Fußgängerzone zu einem Kompromiss vereinen. Danach könne, so Burdorf, der Rat vor der Sommerpause einen Beschluss fassen.

Auf dem nach Burdorfs Idee künftig nur noch von der Echternstraße erreichbaren Kirchhof will der Grünen-Ratsherr auch alle öffentlichen Parkplätze abschaffen: Dort könnten dann nur noch Anlieger und Volksbank-Kunden parken. „Das würde den Suchverkehr, der ein großes Problem ist, reduzieren.“ Dass die Ein- und Ausfahrt zu eng ist, lässt Burdorf nicht gelten: „Ich glaube nicht, dass das schon jemand getestet hat.“

Bei Siegmund stoßen Burdorfs Pläne – die auch die Öffnung der Echternstraße für den motorisierten Verkehr und die Verschiebung der Fußgängerzone nach Süden umfassen – auf Ablehnung: „Die Innenstadt soll so bleiben wie sie ist“, sagt der CDU-Mann. Die Zufahrt zum Kirchhof über die Echternstraße? „Der Vorschlag kann nur von jemandem kommen, der nur mit dem Fahrrad unterwegs ist.“ Aus Sicht von Siegmund ist die Zufahrt zu eng für viele Fahrzeuge. „Mit einem Transporter kommt man da doch gar nicht durch.“ Für einige Fahrzeuge gebe es dann gar keinen Zugang mehr zum Kirchhof: „Das Konzept ist also von vornherein nicht durchführbar.“

Ohnehin sieht Siegmund wenig Sinn darin, das Verkehrskonzept in der Innenstadt zu ändern: „Es ist doch gut so, wie es ist.“ Zusätzlicher Verkehr würde den Einzelhandel dort nicht retten, davon ist der Christdemokrat überzeugt. Die Probleme sieht er woanders: „Geschäfte auf der grünen Wiese, das Einkaufszentrum in Hameln und die fehlenden Parkplätze in Bad Münder.“

SPD-Fraktionschef Uwe Nötzel ist zumindest in diesem Punkt mit Siegmund einig: „Eine Öffnung der Fußgängerzone für den Verkehr kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein.“ Dennoch will Nötzel das Thema zusammen mit den Grünen, die mit SPD und Piraten eine Mehrheitsgruppe im Stadtrat bilden, anpacken. „Der Vorschlag von Herrn Burdorf ist eine Diskussionsgrundlage“, stellt Nötzel klar, „und es war auch der einzige Vorschlag, um etwas am status quo zu ändern.“

Ein Ansatz für weitere Gespräche also – der aber auch bei der SPD nur ein Baustein ist: „Für den Einzelhandel bleibt das Internet ein großes Problem. Daran ändert auch eine geöffnete Fußgängerzone nichts.“ Entsprechend hält Nötzel den Einfluss der Politik vor Ort für begrenzt: „Wir entscheiden nicht über die Zukunft der Einzelhändler in der Innenstadt.“

Stattdessen müsse man gemeinsam weiterdenken: „Vielleicht gibt es bei den Händlern selbst noch mehr Potenzial; vielleicht müssen die Hausbesitzer mit ihren Mietpreisen auch runtergehen, um den Leerstand zu bekämpfen.“ Man dürfe aber auch die Anwohner in der Innenstadt nicht vergessen. „Die haben vielleicht auch noch eine ganz andere Meinung zu dem Thema.“

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