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Fusionsgespräche geplatzt – Feuerwehr-Aus zum Jahresende

HASPERDE/BÖBBER/LUTTRINGHAUSEN. Der Termin ist gesetzt: Zum 1. Januar 2019 sollen die Feuerwehren Hasperde, Luttringhausen und Böbber aufgelöst werden. Die Pläne, sie mit anderen Wehren zu fusionieren, scheiterten bislang. Auch ein entsprechendes Gutachten zur Schließung der Standorte liegt nun vor.

Das Gerätehaus in Hasperde: Die Feuerwehr gehört zu den ältesten im Stadtgebiet. Ende des Jahres droht ihr das Aus. FOTO: RATHMANN
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Christian Zett Redaktionsleiter zur Autorenseite

Es sieht keine Probleme in Sachen Brandschutz. Unterdessen ist man vor allem bei der Feuerwehr in Hasperde immer noch schlecht auf die Stadt zu sprechen.

Erst mal die Fakten: Ende 2017 hatte der Rat das Gesamtkonzept Feuerwehr beschlossen – und mit ihm auch die Schließung der kleinen Feuerwehren in Luttringhausen (nur noch ein Aktiver), Böbber und Hasperde.

Diesen Schritt musste sich die Stadt allerdings vom Landkreis als Kommunalaufsicht absegnen lassen. Und der forderte ein Gutachten zur Frage: Können Brandschutz und Hilfeleistung im Stadtgebiet auch ohne die drei Standorte (und im schlimmsten Fall auch ohne die dort verbliebenen Ehrenamtlichen) gewährleistet werden?

Inzwischen gibt es die offizielle Antwort: Ja, können sie. Einziger Problemfall: Nienstedt – allerdings können dort die Vorgaben weder mit noch ohne die drei zu schließenden Feuerwehren eingehalten werden. Das dortige Problem soll nun in einem Gespräch mit Stadt, Stadtfeuerwehr, Landkreis und Kreisbrandmeister angegangen werden.

Nun soll es zunächst Mitgliederversammlungen der Wehren in Böbber, Hasperde und Luttringhausen geben, im Oktober und November werden die Ortsräte und der Feuerlöschausschuss beteiligt. Im Dezember soll der Rat dann die Auflösung offiziell beschließen – eine neue Feuerwehrsatzung tritt dann am 1. Januar 2019 in Kraft.

Ziel des vom Rat beschlossenen Gesamtkonzepts war eigentlich, die drei betroffenen Feuerwehren nicht aufzulösen – sondern mit Nachbareinheiten zusammenzuschließen. Doch alle Gespräche in diese Richtung scheiterten laut Stadtverwaltung: In Luttringhausen wechselt der verbliebene Feuerwehrmann auf eigenen Wunsch nach Nettelrede – eine formelle Fusion ist damit wenig sinnvoll. In Böbber sind noch gut zehn Kameraden aktiv – es gibt allerdings keine einheitlichen Pläne: Demnach wollen nur fünf Mitglieder weitermachen, die sich wiederum auf die Feuerwehren Egestorf (3), Nettelrede und Eimbeckhausen (je einer) verteilen. „Das rechtfertigt aus Sicht der Beteiligten keine Fusion“, sagt der zuständige Stadt-Mitarbeiter Tobias Pischel.

Bleibt Hasperde – der größte Streitfall unter den drei geplanten Schließungen. Erst Anfang dieser Woche setzten sich die verbliebenen Aktiven mit weiteren Feuerwehrvertretern, Politik und Stadt zusammen. Die Verwaltung nahm aus dem Gespräch die entscheidende Botschaft mit: Aus Hasperde will niemand weitermachen – eine Fusion sei damit ausgeschlossen.

Einige der Hasperder Kameraden nutzten am Dienstagabend die Sitzung des städtischen Feuerlösch-ausschusses in Brullsen, um ihrem Unmut noch einmal Luft zu machen: Man habe sich von Anfang an für eine Zusammenlegung mit Flegessen eingesetzt, betonte André Gudde: „Uns ist klar, dass es keinen Sinn macht, eine Feuerwehr mit fünf, sechs, sieben Kameraden zu erhalten.“

Man sei trotzdem im November mit einem Alternativkonzept an die Stadt herangetreten: Die Hasperder hätten gerne als eine Art Außenstelle eine Garage für Fahrzeug und Equipment aufrecht erhalten – ohne dass der Stadt dafür Kosten entstünden. Von der Ablehnung der Stadt habe man dann aus der NDZ erfahren.

Verwaltung und Feuerwehr verweisen vor allem auf anstehende Investitionen – so müsse auch in Hasperde eine Abgas-Absaugeanlage installiert werden. Dazu kämen weitere Mängelbeseitigungen aus der Begehung mit der Feuerwehrunfallkasse.

Für die Hasperder ist eben jene Abgas-Absaugeanlage beispielhaft für den Umgang der Stadt mit den Kameraden: Gudde verweist auf die entsprechende Richtlinie, die explizit Abgase von Dieselmotoren umfasst: „Wir haben in Hasperde aber einen Benziner stehen.“Als Feuerwehrmann wolle er die fachliche Einschätzung nicht anzweifeln, so Gudde: „Aber als Bürger frage ich mich: Wie kann das sein? Wer weiß, was einem sonst noch gesagt wird, wenn es an anderen Stellen um Millionensummen geht?“

Die Stadt sagte im Ausschuss eine Klärung der Fragen rund um die Abgas-Anlage zu. Am Aus für die Feuerwehr Hasperde soll aber nicht gerüttelt werden.



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