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Auf Farewell-Tour: 5000 Fans feiern den „Graf“ auf der Parkbühne

Fürstlicher Abschied von Unheilig

HANNOVER. Nicht nur „Geboren um zu leben“, sondern auch um gute Musik zu machen. Das hat „Der Graf“ in den vergangenen 17 Jahren seit Gründung von „Unheilig“ auch getan – mit viel Erfolg, wie man weiß. „Du musst aufhören, wenn es am Schönsten ist, um den Wert des Erlebten zu erhalten“, erklärte er in einem Interview. So holte der fünffache Echo-Gewinner auch in Hannover das letzte Mal seinen schwarzen Zwirn aus dem Schrank und begeisterte die Konzertbesucher mit einer grandiosen Best-Of-Show. Trübe Aussichten für alle, die in kollektiver Trauer das Ende der erfolgreichen Ära Unheilig noch gar nicht so richtig realisieren konnten.

Autor:

von lars andersen

Etwas leid können sie einem schon tun – die drei Angestellten: Gitarrist Christoph „Licky“ Termühlen, Schlagzeuger Martin „Potti“ Potthoff und Keyboarder Henning Verlage. Denn seit 2002 hat sich Unheilig zu einem One-Man-Projekt gewandelt. Unheilig ist „Der Graf“, „der Graf“ ist Unheilig – deshalb mussten sich die Begleitmusiker auf der Gilde Parkbühne auch mehr oder weniger mit einer Statistenrolle anfreunden. „Zeitreise“ durch die erfolggekrönte Karriere Der Countdown läuft: Leise im Hintergrund sind mit „Sag‘ mir wo die Blumen sind“ und „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ zwei von Hildegard Knef gesungene Titel zu hören. Dann geht alles sehr schnell: Nach dem Intro „Auf ein letztes Mal“, hieß es „Drei, zwei, eins, los“. Die Abschiedsglocken läuten den Opener „Hinunter bis auf Eins“ ein, den der gebürtige Aachener mit einem hasardeurhaften Sprung auf den ins Publikum ragenden Laufsteg olympiareif unterstützt.

Dann tanzt, hüpft und springt „Euer Durchlaucht“ wie ein Flummi durch seine zweistündige Show. Der Schweiß rinnt in Strömen und der in den 70er-Jahren geborene Künstler, das Geheimnis seines wahren Alters ist noch immer nicht gelüftet, entledigt sich seines schwarzen Jackets. „Es ist warm, Hannover“, ruft der Bambi-Preisträger dem Publikum entgegen.

„Unter deiner Flagge, deine Liebe ist mein Schild – Unter deiner Flagge, deinen Namen trägt der Wind“ – einen seiner erfolgreichsten und auch bekanntesten Hits habe er für seine Mutter geschrieben, erklärte er den Fans. Danach eine „Zeitreise“ durch die erfolggekrönte Karriere, die mit dem letzten Abschiedskonzert am 10. September im Kölner Rhein Energie Stadion zu Ende geht.

Die reguläre Spielzeit endet mit dem Song „Zeit zu gehen“ – doch der angehende Musikrentner legt in der Verlängerung unter anderem mit „Geboren um zu leben“ noch einmal kräftig nach. Dann „fällt der Vorhang“ – leider. Die 17 Platin-Auszeichnungen und fünf goldenen Schallplatten, die Unheilig sich in fast zwei Jahrzehnten in die Vitrinen stellen konnten, sind da sicher nur ein kleiner Trost.




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