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Tierarzt Norbert Bachmann liebt Berner Sennenhunde und ist "Züchter aus Leidenschaft"

"Für Hunde muss man sich viel Zeit nehmen"

Rolfshagen. Wie wunderschön, stark und bei ihrer Riesengröße geradezu rührend zutraulich sind Berner Sennenhunde. Es wundert nicht, dass der Rolfshäger Tierarzt Norbert Bachmann (44) diesen freundlichen Tieren so zugeneigt ist, dass er nicht nur mit ihnen lebt und eine kleine Zucht betreibt, sondern sich auch als Präsident des Schweizer Sennenhund-Vereins (SSV) engagiert.

Der Rolfshäger Tierarzt Norbert Bachmann mit einer seiner Berner

Autor:

Cornelia Kurth

"Ich habe einen Hundehaushalt", sagt er. "Ich könnte mir nicht mehr vorstellen, ohne die Sennenhunde zu leben." Auch die Kunden seiner Kleintier-Praxis sind längst daran gewöhnt, dass Xanja oder Greta fast immer dabei sind, wenn Tierpatienten untersucht werden. Mit gelassenem Gehorsam liegen sie auf dem Fußboden und rühren sich auch dann nicht, wenn ein Tier mal vom Tisch springt. Bekommen sie aber die Erlaubnis zum Aufstehen, dann schlecken sie gerne einer Katze zur Begrüßung durchs Gesicht. Und was sagt die Katze dazu? "Gar nichts! Die liegt ja in der Narkose...!" Bevor Norbert Bachmann das Studium der Tiermedizin begann, studierte er zunächst Sozialwissenschaften, nicht zuletzt deshalb, weil er während seines Zivildienstes von der Arbeit in einem Heim für schwer erziehbare Jugendliche fasziniert war. Beinahe hätte er sich danach sogar für ein Psychologiestudium entschieden. Als er aber gleichzeitig einen Studienplatz für Tiermedizin erhielt, da setzte sich doch seine von jeher vorhandene Liebe zu den Tieren durch. In seiner Kindheit verbrachte er regelmäßig die Sommerferien auf einem Bauernhof, mistete Ställe aus, melkte Kühe und setzte immer alles daran, die Tiergeburten auf dem Hof mitzuerleben: "Unbedingt! Auch mitten in der Nacht!" Über manche der jungen Praktikanten in seiner Praxis kann er nur den Kopf schütteln, wenn sie dieser Art der Aufregung doch lieber aus dem Weg gehen. Andere aber, die sich ebenfalls zu nächtlichen Geburten herbeirufen lassen, die machen ihm Spaß: "Die haben den gleichen Knall wie ich!" Auf seiner liebevoll gestalteten Website im Internet ( www.aueteich.de ) findet sich dieÜberschrift "Züchten aus Leidenschaft", und wer diese Seite ein bisschen durchstöbert, sieht, dass sich die Züchterleidenschaft nicht nur auf Berner Sennenhunde bezieht, sondern auch auf die Gruppe der Kois, die im Teich seines großen Grundstücks schwimmen, und sogar auf die Rosen, die im Sommer überall ums Haus in prächtigen Farben blühen. Außerdem ist da noch ein schlauer kleiner Kurzhaardackel, Schlamperl, eine, eigenständige (aber doch folgsame) Hundedame, die auf Spaziergängen voller Neugier überall herumstöbert, während Xanja und Greta immer in der Nähe ihres Herren bleiben und sich im Gehen zärtlich an ihn schmiegen. Schlamperl ist hochträchtig, für ihre Welpen werden durchaus noch geeignete Familien gesucht. Überhaupt gibt Norbert Bachmann den Nachwuchs seiner Hunde in gute Hände, wobei er die künftigen Besitzer mit Umsicht auswählt und ihnen auch Trainingsseminare anbietet, damit sie den richtigen Umgang mitden anhänglichen Tieren lernen. "Hunde sollte man nur haben, wenn man sich wirklich Zeit für sie nehmen kann", sagt er. "Sie werden nämlich, als hochsoziale Tiere, zu echten Familienmitgliedern. Sie brauchen Zuneigung, Abwechslung und wollen insgesamt sozial angenommen werden." Damit alles gut geht, gewöhnt er seine Welpen sofort an den Kontakt zum Menschen und zu dessen Alltagswelt,an Gerüche und Geräusche, von der Bohrmaschine bis zum Föhn. "Sie sollen lernen, dass die Welt bunt ist, voller Menschen und voller Dinge." Zehn Würfe gab es in seiner Zucht seit 1995, 54 Hunde wurden geboren, deren Leben er auch bei den neuen Besitzern mitverfolgt. Und wenn einer seiner Lieblingshunde stirbt? "Ja, da geht man erstmal in die Knie", meint er. "Aber wenn man Hunde liebt und um sich haben will, dann muss man auch damit leben können."

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