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Für den Klimaschutz braucht die Stadt Unterstützung

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Benedikt Dittrich Redakteur zur Autorenseite

Seitdem sich die Stadt Bad Münder unter dem finanziellen Rettungsschirm des Landes befindet, sind nur notwendige Sanierungen der Verwaltungsgebäude möglich. Zuletzt waren das die Fenster im Rathaus und im Steinhof: 2014 wurden sie eingesetzt, letztlich auch, um die Heizkosten zu senken. Ein Umstieg auf erneuerbare Energien oder eine umfangreiche Wärmedämmung: unmöglich, sagt Ulrike Behrens von der Stadtverwaltung. „Energetische Sanierung ist immer eine Drittelfinanzierung“, erklärt die Mitarbeiterin. Sprich: Auch wenn es Fördergelder von Bund und Land gibt, muss die Stadt Geld in die Hand nehmen. „Und das ist von uns im Moment nicht zu leisten.“ Die letzte große Sanierung der Gebäude sei rund 20 Jahre her.

Das Rohmelbad könnte aber ein notwendiger Sanierungsfall sein. Bei dem städtischen Schwimmbad werden nicht nur Personalkosten und Öffnungszeiten diskutiert, sondern auch der Energieverbrauch. Im Juni wurde im Planungsausschuss der Stadt über mögliche Maßnahmen nachgedacht. Doch allein die Gutachten, die dafür erstellt werden müssen, kosten Geld – bevor überhaupt etwas saniert werden kann.

Deswegen will die Stadt zunächst einen Rat an anderer Stelle einholen: Der Partner der Stadt in Sachen Energieeffizienz und Klimaschutz ist die Klimaschutzagentur Weserbergland. Seit 2014 ist die Stadt Mitglied dieser Gesellschaft, die im Landkreis bei energetischen Sanierungen berät. Die Ingenieure der Agentur hatten bereits im Frühjahr das Rathaus, den Steinhof und die Grundschule in Bakede hinsichtlich Energieeffizienz unter die Lupe genommen und Sanierungsmaßnahmen vorgeschlagen. Im Juli wurde auch das Rohmelbad untersucht. „Wir müssen erstmal den Ist-Zustand klären“, sagt Geschäftsführer Tobias Timm. Das nächste Treffen mit der Stadt soll in der nächsten Woche stattfinden, mit Ergebnissen halten sich beide Seiten noch bedeckt. Erst im Anschluss soll entschieden werden, ob die Sanierung des Rohmelbads konkret wird.

Wie also energetische Sanierungen und damit den Klimaschutz in Bad Münder antreiben, wenn der Stadt das Geld fehlt? Eine Lösung zeigt der TSV Hachmühlen: Zuschüsse an anderen Stellen einsammeln. Nach der Schließung der Grundschule vor zwei Jahren wäre fast auch die sanierungsbedürftige Sporthalle geschlossen worden. „Ohne die Halle hätte unser Verein nicht weiter existieren können“, erklärt Harald Schrader, Vorsitzender des TSV Hachmühlen.

Also bildete der Verein Rücklagen und holte sich über das Projekt „Vereint Energie sparen“ eine Energieberatung. Im Juni wurden dann die ineffiziente Nachtspeicher-Heizung ausgetauscht, das Dach abgedichtet und gedämmt sowie LED-Lampen eingebaut. Dafür holte die Stadt überfällige Sanierungen nach. „Einen rechtlichen Anspruch hatten wir für diese Maßnahmen allerdings nicht“, lobt Schrader. Die komplette Sanierung kostete rund eine viertel Million Euro, schätzt Schrader. Der Umbau soll die jährlichen Betriebskosten von 18 000 Euro – vor allem Heizung und Strom – halbieren.

Zuschüsse gab es vom Landessportbund und vom Landkreis, außerdem wurde das Engagement von der Aktion „Vereint Energie sparen“ ausgezeichnet, was auch Geld in die Kassen spülte. Die 44 000 Euro, die der Verein selber investiert hat, sollen sich in wenigen Jahren bezahlt machen.

Wie wichtig das Klima in der Stadt ist, zeigt sich schon am Titel Bad Münder muss seine Heilquellen und die Luftqualität erhalten, um als Kurort zu gelten. Die Grenzwerte sind in der Kurortverordnung des Landes vorgeschrieben und werden regelmäßig geprüft.

Dazu zählt auch die Feinstaubbelastung, die aktuell vom Deutschen Wetterdienst gemessen wird. Alle zehn Jahre steht eine solche Prüfung an. „Da können wir wenig beeinflussen“, erklärt Dirk Hitzemann vom Baubetriebsamt. Die Schadstoffbelastung steige vor allem durch den Verkehr rund um den Kurort – und der ist hauptsächlich auf der Bundesstraße 442 unterwegs.



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