weather-image
11°
Mutter sauer auf Kindergarten / Harmening entschuldigt sich / Kindergarten verschärft Aufsicht

Fünfjähriger irrt allein an der B 65 umher

Sülbeck (jl). Der kleine Florian hat großes Glück gehabt. Der Fünfjährige ist in einem unbeobachteten Augenblick aus dem Kindergarten Sülbeck entwischt und nach fast zwei Stunden an der B 65 aufgefunden worden. Florians Mutter hat seitdem kein Vertrauen mehr zu der Einrichtung. Für diese hat sich Gemeindedirektor Rolf Harmening jetzt entschuldigt.

Florian hat an der B 65 großes Glück gehabt. Dem fünfjährigen Ju

Dienstag vergangener Woche: Floriansälterer Bruder Denny ist im Schulbus auf dem Heimweg von Nienstädt nach Liekwegen. Als der Bus von der Kirchhorster Straße aus die B 65 ansteuert, meint er seinen kleinen Bruder Florian an der breiten Bundesstraße zu erkennen. "Ich hab' Flo gesehen", hören Mutter Martina Fahle und Lebensgefährte Gregoiro Katrambone kurze Zeit später daheim in Liekwegen. Es ist 12.05 Uhr. "Das kann nicht sein, der ist im Kindergarten", ist die erste Reaktion. Katrambone setzt sich trotzdem ins Auto und fährt nach Sülbeck. Im Kindergarten kann ihm nach seinen Schilderungen niemand erklären, wo Florian ist. Die Suche beginnt. Kindergartenleiterin Birgit Tölke und Kollegen kämmen den Spielplatz und die nähere Umgebung nach dem kleinen Blondschopf durch, Katrambone sucht die Umgebung mit dem Auto ab. Der Kindergarten benachrichtigt auch die Polizei. Katrambone entdeckt Florian schließlich gegen 13.15 Uhr: "Er stand an der B 65 an einem Gebüsch in der Nähe des Friedhofs." Ein Schutzengel muss dem Fünfjährigen geholfen haben. Seine Mutter mag sich nicht ausmalen, was passiert wäre, wenn ihr Sohn nicht intuitiv die Richtung Liekwegen eingeschlagen hätte. Noch quälender sei die Vorstellung, was dem Jungen an der B 65 alles hätte passieren können, die er an irgend einer Stelle offenkundig unbeschadet überquert hat. Ärgerlich findet Martina Fahle, dass es "keine Erklärung und keine Entschuldigung" vom Kindergarten gegeben hat. Florian hat die Erklärung geliefert, nachdem er zwei Tage über seine Odyssee durch Sülbeck geschwiegen hatte. Er habe sich mit einem anderen Kind gestritten und sei dann mit einem Jungen zur Pforte raus. Das muss gegen 11.15 Uhr gewesen sein. Mit anderen Worten: Der Blondschopf ist rund zwei Stunden lang unterwegs gewesen. Fahle hat nach diesem Vorfall "das Vertrauen in den Kindergarten verloren" und Florian abgemeldet. Auf Anfrage hat sich Gemeindedirektor Rolf Harmening gemeldet, der von Kindergartenleiterin Tölke informiert worden ist. An dem Vorfall lässt sich nach seinen Worten "nichts deuteln". "Es ist gut, dass nichts passiert ist", betonte der Nienstädter Verwaltungschef und will dies ausdrücklich als Entschuldigung an Florians Familie verstanden wissen. Nach seinen Worten hat Tölke in der vergangenen Woche sowohl telefonisch als auch persönlich versucht, Kontakt mit der Familie aufnehmen, aber in beiden Fällen niemanden angetroffen. Tölke und Team haben aus dem Vorfall Konsequenzen gezogen. Weil der Kindergarten das Außengelände nicht hermetisch abriegeln könne, wie es Harmening ausdrückte, ist jetzt die Mittagsaufsicht verstärkt worden. Zudem wird jedem Kind, das sich vom Spielplatz auf den relativ langen Weg ins Haus macht, eingeschärft, nur ins Haus zu gehen und nirgendwo anders hin.



Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt