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Einzigartiges Projekt der Kreisjugendpflege soll Heranwachsende fit für das Internet machen

FSJ-ler als Lehrer in Sachen Medienkompetenz

Bad Münder/Landkreis (st). Das Internet gehört mittlerweile zum Alltag der meisten Kinder und Jugendlichen in Bad Münder. Doch lauern auf dem verschlungenen Datenhighway zahlreiche Gefahren auf die jungen Nutzer. Um Schülern einen verantwortungsbewussten Umgang mit dem Internet beizubringen, hat der Landkreis ein landesweit einzigartiges Projekt ins Leben gerufen. Bei „Wir sind das Netz“ sollen 18- bis 19-Jährige, die ein Freiwilliges Soziales Jahr beim Paritätischen in Hameln leisten, den nur unwesentlich jüngeren Schülern im Umgang mit den neuen Medien helfen.

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Facebook, MeinVZ, Youtube – nie gehört? Lol, hdgdl, cul8a – einfach nur Bahnhof? Wer mit diesen Begriffen nichts anfangen kann, ist wahrscheinlich über 30, bezieht seine Informationen weitestgehend aus Zeitung und Fernsehen und nutzt sein Handy „nur zum Telefonieren“ – in diese Kategorie fallen viele Lehrer und ein Großteil der Eltern im Landkreis. Die meisten Kinder und Jugendlichen können mit den für viele Erwachsene kryptischen Begriffen sehr wohl etwas anfangen, sind sie doch zentral geworden in ihrem Alltag, von dem sie einen großen Teil mit dem Surfen im Internet verbringen.

Wie sollen jetzt Erwachsene ohne eine Internet-Sozialisation den Heranwachsenden glaubhaft die Gefahren des weltweiten Datennetzes nahebringen? Der Kreisjugendpfleger Claus Dieter Kauert hält das für nahezu unmöglich und hat sich deshalb gemeinsam mit dem externen Medienexperten Moritz Becker das Projekt „Wir sind das Netz“ ausgedacht.

„Bislang ist das Konzept einzigartig in Niedersachsen und könnte zum Vorzeigemodell in unserem Bundesland werden“, erklärt Landrat Rüdiger Butte. Wichtig für Kauert: „Wir wollen die neuen Medien nicht verteufeln, sondern die Kinder für den richtigen Umgang damit vorbereiten.“

Becker ergänzt mit Blick auf die allgegenwärtige Internet-Nutzung Jugendlicher: „Uns geht es darum, wie es benutzt wird, nicht darum, ob überhaupt.“ Mit der Initiative „Wir sind das Netz“ wolle man den Kindern zeigen, wie sie verantwortungsvoll mit den vielfältigen Möglichkeiten der Medien umgehen können. Die FSJ-ler seien ideale Vermittler, da sie, anders als die Eltern oder Lehrer, bereits mit den neuen Medien aufgewachsen sind und so einen direkten Draht zu den Kindern haben, erklärt Kauert. Die FSJ-ler werden ab Februar in Kindertagesstätten und Schulen gehen.

Weitere Informationen gibt es beim Landkreis Hameln-Pyrmont unter 05151/ 903-3426.

Kreisjugendpfleger Claus Dieter Kauert, Landrat Rüdiger Butte und Sozialpädagoge Moritz Becker im Gespräch über die vielfältigen Gefahren des Internets – aber auch dessen nahezu unbegrenzten Möglichkeiten. Foto: st

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