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Osterkälte ein Jahrhundertereignis

Frühling passé: Nasskalt geht's weiter im April

Landkreis. Das nasskalte Aprilwetter lässt uns nicht los. Relativ gut meint es noch der morgige Freitag, weil ein Zwischenhoch für freundliche Abschnitte und zweistellige Temperaturen sorgt. Dann baut sich über dem Nordatlantik eine Wetterlage wie zu Ostern auf, mit der erneut arktische Meeresluft zu uns gelangt. Maximal fünf bis acht Grad und leichte Nachtfröste sind uns deshalb ab Sonntag garantiert. Beim Durchzug von Schauern kann es sogar eine weiße Überraschung geben. Und auch in der neuen Woche sieht es kaum nach Frühling aus.

Autor:

Reinhard Zakrzewski

Der März stellte manche Wetterregel auf den Kopf. Das galt für die Temperaturverteilung ebenso wie für die Niederschläge, aber auch die zahlreichen Stürme. Während der so genannte Märzwinter von der üblichen ersten in die zweite Monatshälfte rutschte und damit genau auf Ostern, waren die Niederschläge wieder einmal gut dabei (Bückeburg 63 Liter/qm = 134 Prozent). Das Resultat: Hohe Wasserstände in den Flüssen und erneut durchnässte Wiesen und Felder. Ungewöhnlich häufig quälten uns Sturmtiefs, die mit Spitzenböen um 100 km/h (Bückeburg 101km/h, Orkantief "Emma" am 1. März) im Schaumburger Land jedoch nur wenige Schäden anrichteten. Frühlingswärme und Winterkälte lagen im letzten Monatsdrittel dicht beisammen. So meldete Bückeburg am Ostersonntag (23. März) mit minus vier Grad das Monatsminimum und nur eine Woche später (30. März) den schon frühsommerlichen Höchstwert (20,1 Grad). An neun Tagen gab es Nachtfrost (normal10), während der übliche eine Tag mit Dauerfrost (Eistag) fehlte. Trotz der langen Kälteperiode endete der März in unserer Region mit durchschnittlich 5,3 Grad noch um 0,9 Grad zu warm. Auch wenn es nicht so aussah: Die Sonne schien in Bückeburg mit 106 Stunden etwas mehr (sieben Prozent) als üblich. Seit mindestens 1913 war kein Osterfest so kalt wie das vergangene. An beiden Feiertagen lag die Tagesmitteltemperatur unter null Grad (Definition für einen Wintertag). Damit war Ostern 2008 nicht nur wegen des frühen Termins (dem zeitigsten seit 1913), sondern auch hinsichtlich der frostigen Temperaturen ein Jahrhundertereignis. Die Kältewelle, die mit Nachtfrösten bereits um die Monatsmitte einsetzte, hatte ihre Ursache in einer klassischen Aprilwetterlage. Zwischen einem stabilen und umfangreichen Hochdruckgebiet vom Nordatlantik bis nach Grönland und tiefem Luftdruck über Skandinavien, stieß mit nördlicher Strömung eisige Arktikluft auf direktem Weg nach Mitteleuropa vor. Das am Karfreitag über Norddeutschland nach Osten ziehende Sturmtief "Melli" konnte den massiven Kaltluftstrom nur für kurze Zeit stoppen. Schon am Karsamstag wurde auf der Rückseite des Tiefs wieder extrem kalte Luft aus Skandinavien angesaugt, so dass die Niederschläge ab Mittag in leichten Schneefall übergingen. Am Morgen des Ostersonntags lag verbreitet eine dünne Schneedecke, die durch die intensive Sonne aber rasch abtaute. Am Ostermontag zogen intensive Schneeschauer von der Nordsee herein. Sie sorgten für eine geschlossene Schneedecke von mehreren Zentimetern, die in den Höhenlagen des Schaumburger Landes auch am nächsten Tag noch für eine zünftige Schlittenpartie gut war. Bis Mittwochmorgen (26. März) lag der Schnee in Bückeburg zwei Zentimeter hoch, taute im Tagesverlauf bei steigenden Temperaturen dann aber rasch ab.



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