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Einladung zur Kontaktpflege: Wirtschaftsvereinigung begrüßt 160 Gäste / Hannes Rehm referiert

Frühjahrsempfang im Zeichen der Krise

Bad Münder (jhr). Themen am Nerv der Zeit, viele neue Gesichter und angeregte Gespräche – Bad Münder trotzte beim Frühjahrsempfang der Wirtschaftsvereinigung dem allgemeinen Pessimismus. 160 Gäste kamen im Martin-Schmidt-Konzertsaal zusammen, tauschten sich aus, pflegten und knüpften im zwanglosen Rahmen Kontakte.

ï Petra Witte und Thomas Schröder vom Vorstand der Wirtschaftsve

Hermann Wessling, Leiter des Arbeitskreises Industrie der Wirtschaftsvereinigung, begrüßte zahlreiche Gäste aus der heimischen Industrie, den Finanzinstituten, aus Handwerk, Einzelhandel und freien Berufen. Zu ihnen gesellten sich auffällig viele Vertreter der Politik – neben der Lokalpolitik auch Landes- und Bundespolitiker. „Erst recht in dieser außergewöhnlich schwierigen Wirtschafts- und Finanzkrise kommt es darauf an, dass wir im Dialog miteinander Lösungen finden, wie wir diesen Standort in seiner Struktur erhalten und stärken können“, erklärte Wessling. Seine Anregung in Richtung Martin- und Ilse-Schmidt-Stiftung, die er als „dauerhaftes Zeichen vorbildlichen Mäzenatentums“ bezeichnete: „Wenn es der Stiftungszweck erlaubt, wäre es eine gute Idee, künftig einen Preis für vorbildliches Unternehmertum in unserer Region zu stiften“, so sein Vorschlag.

„Vorbildlich“ war auch das Stichwort, das ihm die Überleitung zum Ehrengast des Abends leicht machte: Dr. Hannes Rehm, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Norddeutschen Landesbank, Präsident der Industrie- und Handelskammer Hannover und gerade von Kanzlerin Angela Merkel zum Leiter des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung berufen, referierte zum Thema „Finanzmarktkrise – nur ein ökonomisches Problem?“

Rehm lieferte seinen Zuhörern eine fundierte Analyse der aktuellen Krise, schlug Therapiemöglichkeiten vor – und vertrat eindrücklich seine Auffassung, nach der diese Therapie nicht nur eine ökonomische und bankwirtschaftliche bleiben dürfe, sondern auch das Denken und die Haltung der Verantwortlichen ändern müsse: „Das Versagen der erhofften Selbstreinigungs- und Selbstregulierungskräfte der Märkte erfordert nicht nur partielle Korrekturen, sondern einen grundsätzlichen Richtungswechsel: Das Kapital hat den Menschen zu dienen und nicht umgekehrt.“ Notwendig sei auch eine Korrektur im Wertesystem der Finanzwirtschaft, Vereinbarungen in Regelwerken würden aber nur dann wirklich tragen, wenn sie auch gelebt würden. „Was die eigene Haltung nicht leistet, können Normen nicht ersetzen. Manches, was das Gesetz nicht verbietet, verbietet der Anstand.“

Einen Überblick über die Aktivitäten der Wirtschaftsvereinigung gab die Vorsitzende Petra Witte. Sie forderte die Unterstützung der Politik, wenn es darum gehe, in Bad Münder Lebensqualität und Handelsvielfalt zu erhalten. Positiv stellte sie die Aktivitäten des Arbeitskreises Einzelhandel heraus. „Die Mitgliederzahl ist um 15 Prozent gestiegen – ein Zeichen dafür, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

Bürgermeisterin Silvia Nieber ging in ihrem Grußwort auf die Entwicklung beim krisengeschüttelten Glashersteller Ardagh Glass und die Bedeutung für die Stadt ein. Sie forderte heimische Unternehmen auf, bei Investitionsvorhaben die Beratung der Stadt über Fördermöglichkeiten zu nutzen.

Zahlreiche Fotos von Frühlingsempfang gibt es im Internet unter

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