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Plattdeutsche Gruppe im Nammer Kindergarten / Demnächst dritter Auftritt

Früh übt sich, wer Platt küren will

Nammen (ly). Plattdeutsch gilt vielen als Sprache der Alten und Altvorderen, als aussterbende Sprache. Totgesagte leben länger. Im Nammer Kindergarten wird das Vorurteil Woche für Woche widerlegt. Mit Feuereifer sind die Jungen und Mädchen jeden Montagvormittag bei der Sache, wenn Kurt Römming für eine Stunde zum plattdeutschen Unterricht kommt. Gemeinsam wird dann zum Beispiel "In Märzen de Bur sine Rösser inspannt" gesungen, werden Geschichten erzählt, Gedichte vorgetragen oder Vokabeln gepaukt.

Römming, ein Nammer Urgestein, fühlt sich der Sprache eng verbunden und gehört sei 50 Jahren zu den Verfassern plattdeutscher Erntereden. "Plattdeutsch ist kein Dialekt, sondern eine eigenständige Sprache", betont er. "Sie ist verankert in der europäischen Charta für Regional- und Minderheitensprachen." Bei Kurt Römming rannten Christel Branahl, Leiterin des Kindergartens, und Erzieherin Ingrid Diepholz daher offene Türen ein, als sie im vergangenen Jahr die Idee hatten, eine Plattdeutsch-Gruppe zu gründen. Beide Frauen küren von Haus aus Platt. Nach einem Aufruf meldeten sich zehn Kinder. Im August 2007 ging's los, abgesprungen ist seitdem niemand. Absolviert haben die Jungen und Mädchen bisher zwei offizielle Auftritte. Premiere war beim Schmücken des Nammer Weihnachtsbaumes. Ein großes Publikum fanden die Kleinen Anfang April: Bei Theater-Aufführungen der Laienspieler des MTV Diepenau durften sie mit ihren Liedern Teile des Vorprogramms bestreiten und ernteten im "Dorfkrug" donnernden Applaus von rund 140 Zuschauern. Gerade hat sich die Zahl der jungen Mitglieder von zehn auf 14 erhöht. Als gesichert gilt der Fortbestand der Gruppe damit auch über den Sommer hinaus, wenn einige Kinder eingeschult werden. Die Fortschritte sind hörbar. "Ein bisschen schwierig wird's, wenn aus einzelnen Wörtern ein plattdeutscher Satz gebildet werden soll", schmunzelt Römming. Übrigens: Mitte Mai hat die Gruppe ihren dritten Auftritt. Wem das geplante Ständchen gebracht wird, wo und wann genau, das wird noch nicht verraten. Es soll eine Überraschung werden. So viel steht aber jetzt schon fest: Die Besucher werden Ohren machen.




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