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Früh übt sich: So lernen Kinder den Umgang mit Geld

Einteilen des Budgets muss erst geübt werden

Taschengeld von den Eltern, ein paar Scheine zu Weihnachten oder für das Zeugnis von Oma und Opa: Bei vielen Kindern ist die Spardose gut gefüllt. Eltern sollten ihren Nachwuchs deshalb so früh wie möglich im Umgang mit Geld schulen. „Am besten funktioniert es, wenn die Kleinen in die Schule kommen“, sagt Christine Steinle, Referentin für Schuldenprävention bei der Caritas in München. Denn dann entwickelten sie ein Zahlenverständnis. Wer seinem Sohn oder seiner Tochter schon vorher Taschengeld geben möchte, sollte einen Grundsatz beherzigen: „Nichts nachschießen, wenn die Summe aufgebraucht ist.“

Nur so lernten Kinder, sich ihr Budget einzuteilen. Raushalten sollten sich Erwachsene dagegen bei der Frage, was sich Mädchen und Jungen von ihrem Taschengeld kaufen möchten. „Egal, ob es Süßigkeiten oder andere Sachen sind: Kinder müssen auch erfahren, wie es ist, sich Unsinn zu kaufen“, sagt Steinle.

Laut der KidsVerbraucherAnalyse (KidsVA) bekommen Kinder durchschnittlich rund 28 Euro im Monat. Zu Feiertagen wie Weihnachten, Geburtstag und Ostern bekommen sie im Schnitt 189 Euro zugesteckt. Schon bei Vorschulkindern bekommt mehr als die Hälfte (53 Prozent) regelmäßig Geld. Im Schnitt können sie monatlich rund 13 Euro ausgeben. Mit 179 Euro im Jahr fallen die Bargeldgeschenke fast so hoch aus wie bei den Älteren.

Insgesamt wurden für die Studie des Egmont Ehapa Verlags Doppelinterviews in 1660 Haushalten mit jeweils einem Kind im Alter von 6 bis 13 Jahren sowie einem Erziehungsberechtigten geführt. Zusätzlich wurden 397 Eltern befragt, die Kinder im Alter von vier bis fünf Jahren haben.

Eine Grenze sollten Eltern laut Steinle zwischen dem meist wöchentlich ausgezahlten Taschengeld und zusätzlichen Geldgeschenken etwa von Verwandten ziehen. „Kindern kann man erklären: „Es gibt Taschengeld und es gibt Spargeld“. Statt dem Nachwuchs eine größere Summe auf einmal zu überlassen, könnte man diese gemeinsam aufs Sparbuch einzahlen. Am besten funktioniert das, wenn die Kinder das mit einem Sparziel verbinden. Hier können die Eltern Vorschläge machen: „Zum Beispiel, indem sie sagen: Du fährst doch gerne Ski, da kannst du etwas für die neue Ausrüstung sparen oder du hättest gerne ein größeres Fahrrad“, rät Steinle.

Laut einer Empfehlung von eltern.de, beginnen Eltern mit 50 Cent pro Woche als Taschengeld für Kinder, die jünger sind als sechs Jahre. Für Sechs- bis Siebenjährige werden 1,50 bis 2 Euro empfohlen. Für die Acht- und Neunjährigen können es demnach dann 2 bis 3 Euro wöchentlich sein. Ab dem 10. Geburtstag, so der Rat, sollte auf eine monatliche Zahlung umgestellt werden, damit sie lernen, mit ihrem Geld zu haushalten und Pläne zu machen.dpa/bha

Taschengeld hier, Geldgeschenke da – schon die Kleinen haben häufig beträchtliche Summen zur Verfügung. Damit zu wirtschaften, müssen sie erst noch lernen. dpa




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