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Synodale nennen Erwartungen und Ziele für die nächsten sechs Jahre

"Früchte der Arbeit einfahren"

Bückeburg (wil). Die neu gewählte Synode der evangelisch-lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe hat am vergangenen Wochenende ihre Arbeit aufgenommen. Welche Ziele die Synodalen verfolgen und wie sie sich ihre (ehrenamtliche) Arbeit im häufig als "Parlament" bezeichneten Organ vorstellen, haben einige von ihnen exemplarisch erläutert.

Den Erhalt der Landeskirche sieht Horst Priebe aus Wölpinghausen als oberstes Ziel der Tätigkeit in der neuen Synode. "Die vergangene Synode war bildlich gesprochen eine Zeit, in der der Acker bestellt wurde, in der das Haus aufgeräumt und neu geordnet wurde", erklärt er. Ziel sei es nun, "die Früchte der Arbeit einfahren" zu können. Priebe kennt die synodale Arbeit, war unter anderem Vorsitzender des Finanzausschusses. Er sieht in der Tätigkeit mehr als ein Ehrenamt. Die neue Synode sei nun in der Lage, konkrete Vorschläge umsetzen zu können. "Von der alten, sehr arbeitsreichen Synode sind Ergebnisse übergeben worden. Wir werden sehen, welche verfassungsmäßige Änderungen eröffnet werden müssen." Außerdem erhofft er sichunter anderem, dass die theologische und seelsorgerische Seite nicht zu kurz kommt. Ähnliche Ziele hat Eike Höcker. Die Bückeburger Juristin ist von ihrer Gemeinde in die Synode gewählt worden. Als Teil der kirchenleitenden Arbeit sieht sie die Gesetzgebungsfunktion der Synode als den Bereich, in dem sie ihren juristischen Sachverstand einbringen kann. Eine weitere vertrauensvolle Aufgabe werde die Wahl eines neues Landesbischofs sein, die innerhalb der kommenden, sechs Jahre währenden Synodalperiode ansteht. "Man ist in seiner Arbeit Teil der gesamten Landeskirche und sollte daher auch das Ganze im Blick haben", erklärt sie. "Der Synodale muss Abstand nehmen davon, dass er Vertreter einer Gemeinde ist, denn die Synode ist ein Organ der Landeskirche", erklärt Superitendent Joachim Liebig (Frille) einen für ihn zentralen Aspekt der Arbeit in der Synode. Er spricht als bisheriger Synodalpräsident aus jahrelanger Erfahrung. Einerseits, so Liebig, sei der Begriff "Parlament" für die Synode richtig. "Allerdings ist die Synode mehr als dieses, da sichdie Synodalen auch der geistlichen Dimension sicher sein müssen." Anders als im Parlament, wo es häufig um Kampfabstimmung gehe, sei die Synode auf eine größtmögliche Übereinstimmung angewiesen. "Der Sachverstand in den Ausschüssen ist gefordert. Wenn man diesen nicht hat, sollte man in der Lage sein, ihn sich anzueignen." Als Synodaler sei man zudem dem eigenen Wahlkreis verpflichtet, "immer mal wieder einen Bericht zu erstatten". Wichtig sei auch der Blicküber den schaumburg-lippischen Tellerrand. "Man darf sich nicht fürchten zu sagen, da fahre ich hin und schaue es mir mal genauer an", erklärt Liebig und meint damit Kontakte zu anderen Landeskirchen und Kirchenbünden. "Es geht dabei für uns um Selbstbewusstsein und Fingerspitzengefühl."

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