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Rosita Hoppe schreibt aus Leidenschaft

Frischer Lesestoff aus Hamelspringe

HAMELSPRINGE. Es ist der Feiertag für alle Leseratten: Jedes Jahr am 23. April wird der Welttag des Buches gefeiert – am Sonntag ist es soweit. Sich gemütlich in den Lieblingssessel setzen, eine Tasse Kakao und vielleicht Kekse bereit stellen und einfach mal wieder stundenlang lesen.

Rosita Hoppe lässt ihre Geschichten am Laptop entstehen. Foto: Hartkopf

Autor:

Lisa Hartkopf

So etwas nimmt sich der eine oder andere vielleicht schon seit längerer Zeit vor. Warum nicht den Tag, den die Unesco 1995 als Feiertag für Bücher und das Lesen, aber auch für die Rechte der Autoren ins Leben gerufen hat, dazu nutzen?

Zu diesem Tag lohnt ganz besonders auch ein Blick auf die Autoren – ohne sie wäre es leer zwischen den Buchdeckeln, würde es keine Menschen geben, die die Kunst des Erzählens beherrschen und Freude daran haben, andere mit ihren Geschichten in Fantasiewelten zu entführen. Eine von ihnen ist Rosita Hoppe, Autorin aus Hamelspringe. Seit 2003 schreibt sie nicht nur mit, sondern auch über Leidenschaft – zu ihrem Metier gehören Liebesromane und erotische Geschichten. Bereits vier Romane und mehrere Kurzgeschichten hat sie veröffentlicht, teilweise auch unter Pseudonymen. Doch seit ihren ersten Veröffentlichungen hat sich so einiges getan in der Welt der Wälzer.

„Selfpublishing und E-Books haben viel verändert“, sagt Hoppe. „Es gibt viele Bücher, die im Selbstverlag auf den Markt gebracht werden. Tausende veröffentlichen ihre Werke auf diese Weise.“ Verlage selektierten daraufhin stärker, um aus der puren Masse der Veröffentlichungen herauszustechen. Das mache es schwieriger für die Autoren. Sie selbst habe sich noch nicht mit Selfpublishing, also der Publizierung ihrer Titel auf eigene Faust, an den konventionellen Verlagen vorbei, versucht. „Aktuell habe ich aber darüber nachgedacht, weil ich Kollegen kenne, die sowohl bei einem Verlag als auch in Eigenregie veröffentlichen und mit beidem zufrieden sind.“ Autoren müssten jedoch viel Geld investieren und die Unterstützung eines Verlages falle weg, was mehr Arbeit und Zeitaufwand für Schriftsteller bedeuten würde.

Durch ein paar Klicks kann heute jeder bei Internetverlagen sein eigenes Buch veröffentlichen. Die Möglichkeit, sich als Autor selbstständig zu machen und seine Texte und Geschichten als gebundenes Buch oder E-Book in die Öffentlichkeit zu bringen, wachsen ständig. Gerade E-Books erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Da überrascht eine Feststellung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels kaum: Die Szene-Kenner haben festgestellt, dass die Menge der verkauften elektronischen Bücher und der Umsatz im vergangenen Jahr zugenommen haben, die Preise insgesamt aber weiter zurückgehen. „Die Bedeutung des E-Books wird sicherlich weiter zunehmen, Verlage und Buchhandlungen treiben neue digitale Leseformen und Vertriebsmodelle voran“, erwartet Vereinsvorsteher Heinrich Riethmüller.

Auch Rosita Hoppe setzt auf E-Books, ihre Romane und auch einige Kurzgeschichtensammlungen sind elektronisch verfügbar. Doch die Konkurrenz auf dem digitalen Markt sei enorm, und das Preisgefüge sehr breit. „Viele Selfpublisher bieten ihre E-Books zum Spottpreis an. Es gibt viele Leser, die nur darauf gucken, dass das Buch billig ist“, hat Hoppe festgestellt – eine Entwicklung, die sie mit Besorgnis beobachtet. Keineswegs bedeute ein niedriger Preis aber auch, dass das Buch nicht gut wäre. „Es gibt tolle Sachen im billigen Bereich, aber die schiere Masse macht es schwierig“, so Hoppe.

Ganz persönlich hat die Hamelspringerin ein großes Ziel vor Augen: „Meine Bücher sollen einmal in allen Buchhandlungen stehen“, wünscht sie sich. Dass der Weg dahin nicht leicht wird, ist ihr klar – doch vielleicht bringt schon der nächste Roman sie dem Ziel ein Stück näher? Der neuste Hoppe-Roman spielt wieder auf der Insel Amrum und wird im Herbst im CW Niemeyer Buchverlag erscheinen.

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