×
Führung vom Verein für Kulturgeschichte

Friedhof im Wandel

HAMELN. Seit Längerem befinden sich sowohl die „Friedhofs-“ und „Bestattungskultur“ als auch die „Trauer-“ und „Erinnerungskultur“ im Wandel.

Die Frage „wo und wie wir bestatten“ findet immer stärkere Aufmerksamkeit, augenscheinlich sowohl durch die Vielzahl an Studien, Fachtagungen sowie Publikationen zum Thema als auch seitens des Echos in den Medien.

Auch die größte Hamelner Nekropole (Waldfriedhof Am Wehl) verliert mehr und mehr die klassische Funktion, nur „Quartier der Toten“ zu sein. Im zunehmenden Maße wird die Nekropole zu einem Rückzugsort, wird als Habitat aktiver Flora und Fauna zum Parameter für Biodiversität, sprich die biologische Vielfalt, in kommunaler Gegenwart.

Seitens der Bevölkerung als „grüne Oase“, also als Lebensraum, entdeckt und bewusst als solche wahrgenommen, wandelt sich die Nekropole mehr und mehr zu einem öffentlichen Erholungs- und Freizeitraum mit einem Nebeneinander unterschiedlicher von Bestattungsformen und Flora und Fauna.

Um auf diesen Wandlungsprozess aufmerksam zu machen, veranstaltete der Verein für regionale Kultur- und Zeitgeschichte Hameln dieser Tage eine Themen-Führung mit dem Titel „Der Hamelner Waldfriedhof Am Wehl: Friedhofskultur und Biodiversität einer städtischen Nekropole im Wandel“.

Nach einer thematischen Einführung mittels zweier kurzer Impulse zum „Wandel der Friedhofskultur“ im Allgemeinen (von Edward Menking, Mitwirkender des veranstaltenden Vereins an der Themen-Führung) sowie im Speziellen zum „Wandel der aktiven Flora und Fauna im Habitat Waldfriedhof Am Wehl“ (von Rainer Marcek, Abteilung Friedhöfe der Stadt Hameln) schloss sich ein informativer Rundgang, geleitet von Friedhofsmeister Rainer Marcek, über die größte Nekropole der Stadt Hameln an. Auf dieser – seit 1934 in Anlage und am 7. Mai 1938 eröffnet – wurde Ende des Jahres 1938 erstmals bestattet.

Während des Rundgangs über die rund 31 Hektar große Anlage, die für ihre Wechsel zwischen Offenlandschaft und forstähnlichen Strukturen charakteristisch ist, fanden Zwischenstopps zur Veranschaulichung von naturkundlichen sowie zeithistorischen Bedeutsamkeiten statt. Bei denen wurde augenscheinlich deutlich, dass Nekropolen wie der Hamelner Waldfriedhof Am Wehl als Orte kulturhistorischer und naturkundlicher Bedeutung besonders erhaltens- und schützenswert sind, weil sie einen hohen Wert nicht nur für die Gesellschaft, sondern auch für das Ökosystem haben.




Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kontakt
    Redaktion
    Telefon: 05041 - 78932
    E-Mail: redaktion@ndz.de
    Anzeigen
    Telefon: 05041 - 78910
    Geschäftsanzeigen: Anzeigenberater
    Abo-Service
    Telefon: 05041 - 78921
    E-Mail: vertrieb@ndz.de
    Abo-Angebote: Aboshop

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt