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Friederike fällt reihenweise Bäume

BAD MÜNDER. Spätestens, als am Vormittag der Meteorologie-Anbieter „Unwetterzentrale“ die Warnstufe von Rot auf Violett erhöhte, war auch Optimisten klar: Da kommt etwas auf die Region, auf Bad Münder, zu. Und tatsächlich: Gewaltige Böen peitschte das Tief Friederike über das Stadtgebiet.

Vom Baum getroffen, aber nicht schwer verletzt: Feuerwehrleute befreien die Insassen des Subaru aus ihrem Fahrzeug. Fotos: Klose
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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat Friederike offiziell zum Orkan hochgestuft, und so konnten die Münderaner erleben, was so ein Orkan anrichten kann. Schon am Vormittag war in vielen Schulen im Stadtgebiet entschieden worden, den Unterricht angesichts der Warnung vor Böen mit bis zu 140 Stundenkilometer Windgeschwindigkeit zu beenden. Gregor Ceylan, stellvertretender Schulleiter der KGS, begründete die Entscheidung mit den Erfahrungen, die die Schule erst in der jüngeren Vergangenheit gemacht habe: „Bei einer kurzfristigen Entscheidung der Öffis, den Busbetrieb einzustellen, kriegen wir die Schüler sonst nicht mehr nach Hause.“

Wie sich zeigen sollte, lag die Schule mit ihrer Entscheidung nicht verkehrt: Gegen 13 Uhr nahmen im Polizeikommissariat an der Angerstraße die Meldungen von Sturmschäden sprunghaft zu, Polizeioberkommissar Daniel von Hagen schickte seine Kollegen wieder und wieder los. Allein 25 Polizeieinsätze verzeichnete das mündersche Kommissariat bis gegen 18 Uhr, als der Sturm deutlich an Kraft verlor.

Und auch die Feuerwehr Bad Münder war gefordert: Mit der Häufung der Einsätze im Gebiet der Regionalleitstelle in Hameln hatte die Feuerwehr die lokale Koordination der Einsätze im Stadtgebiet vom Einsatzleitwagen am Feuerwehrhaus Bad Münder aus übernommen. Von dort aus wurden gegen 15 Uhr auch die Retter an die Deisterallee beordert. Dort hatte sich kurz zuvor ein Unfall ereignet, bei dem die Insassen eines Subaru nur durch Glück nicht schwerer verletzt wurden. Eine gewaltige Fichte war auf das in Richtung Deisterhang fahrende Auto gestürzt, hatte das Fahrzeug aber nicht zerdrückt. Die Feuerwehr musste die Insassen befreien, da die starken Äste ein Öffnen der Türen unmöglich machten. Ein Rettungswagen fuhr eine Frau, die sich leicht verletzt hatte, ins Krankenhaus. Noch während die Feuerwehr das Auto freischnitt, stürzte in unmittelbarer Nähe ein weiterer Baum um – für Feuerwehrsprecher Marko Klose ein sehr deutliches Beispiel dafür, dass auch für die Einsatzkräfte Gefahr bestand. Auch in Hamelspringe, wo ein umgestürzter Baum gegen ein Dach gefallen war, stürzten während des Feuerwehreinsatzes weitere Bäume um. Rund 110 Feuerwehrleuten aus neun Ortswehren waren im Raum Bad Münder gestern im Einsatz.

Lange Staus auch auf
der Umleitungsstrecke

Umgestürzte Bäume mit der größten Auswirkung für den Verkehr gab es auf der Bundesstraße 442 auf Höhe der Kreuzung Bahnhofstraße. Weil die Bundesstraße 217 bei Springe gesperrt war, wichen viele Fahrer auf die Landesstraße zwischen Springe und Bad Münder und dann auf die B 442 aus. Doch da ging es nicht weiter: Während der Aufräumarbeiten bildeten sich lange Staus, die sich erst langsam wieder auflösten.

Und auch bei Eimbeckhausen war die Geduld von Autofahrern gefragt. Ein Lkw mit Anhänger war zwischen Eimbeckhausen und Messenkamp in den Graben geschleudert worden. Die Bundesstraße war zeitweilig voll gesperrt, auch hier bildeten sich lange Staus.

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