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Freilichtmuseum in der Kellerstraße feiert Zehnjähriges

Bad Münder. Die mündersche Ortsgruppe des Heimatbundes startete im Jahr 2002 ein überaus engagiertes Projekt: Sie kaufte ein dem Verfall preisgegebenes Gebäude – und machte sich daran, es als Museum aufzubauen.

Geschichte erlebbar machen – ein Ansatz des Museumsteams im Haus Kellerstraße 19. In der Küche wird gearbeitet, in der Werkstatt gibt es einen kompletten Arbeitsplatz.
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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite

Ein Freilichtmuseum mitten in der Stadt an der Kellerstraße. Jetzt wurde in einem Festakt an die Eröffnung des besonderen Hauses vor zehn Jahren erinnert. Vertreter aus des Landespolitik wie der Landtagsabgeordnete Ulrich Watermann waren zur Feierstunde gekommen, als stellvertretender Bürgermeister gratulierte Peter Meyer. In den Mittelpunkt stellte Heimatbund-Vorsitzender Michael Meier aber die vielen ehrenamtlichen Helfer, teils aus dem Museumsteam, teils engagierte heimische Handwerker, teils Studenten der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst, die mit ihrer Arbeit dafür sorgten, dass in fünf Jahren das Haus zu dem gemacht werden konnte, was seit der Eröffnung im Juli 2007 Besucher selbst begehen und erleben können. „Das Projekt, ein Stadthaus in dieser Art museal zu zeigen, ist in Niedersachsen einzigartig“, sagt Michael Meier. Er selbst kommt – verständlich – in seiner Laudatio nicht vor, und doch ist er einer der zentralen Akteure, die zum Gelingen des Vorhabens beitrugen und noch beitragen. 2010 zeichnete die Niedersächsische Sparkassenstiftung die Heimatbund-Ortsgruppe Bad Münder für die Rettung des Kallmeyerschen Hauses mit dem Preis für Denkmalpflege aus.

Erwachsene und Kinder werden bei einem Besuch im Haus Kellerstraße 19 in die Welt der Schusterfamilie Kallmeyer versetzt. Zwar wurde das Haus Mitte des 18. Jahrhunderts erbaut, doch für das Ausstellungskonzept und die Wiederherstellung der Räume entschied sich das Museumsteam, das Jahr 1880 anzustreben – von 1800 bis 1880 gehörte das Gebäude durchgehend der Schumacherfamilie Kallmeyer. Deren Geschichte, eng mit der Entwicklung des Hauses verwoben, erforschte Dr. Nadia Wischmeyer. Ihr Beitrag findet sich gemeinsam mit vielen Darstellungen zum Gebäude, zur Sicherung und Restaurierung und zum Konzept in einem neuen Band der Schriftreihe des Museums Bad Münder.

Die ersten Exemplare verteilte Meier an besonders mit dem Haus verbundene Mitglieder des Museumsteams, mit den nächsten Exemplaren deckten sich die Gäste der Festveranstaltung ein – gleich am richtigen Ort, denn im historischen Bürgerhaus warteten bereits einige Damen des Museumsteams in Kleidern, die sie in den vergangenen Wochen nach historischem Vorbild selbst geschneidert hatten. Sie belebten Küche und Stube und zeigten, wie möglicherweise um 1880 im Haus gearbeitet wurde.

Begeistert zeigten sich Besucher, die das Haus zum ersten Mal sahen, von der Detailgenauigkeit und dem Blick für Unterhaltsames, mit der das Museumsteam zum Eintauchen in die Geschichte einlud: Auf dem Misthaufen hinterm Haus kratzten Hühner, auf der Leine trocknete Wäsche fast vergessenen Zuschnitts, unter der Dielendecke hingen Schinken und Wurst im Rauch – eben so, wie es auch im Jahr 1880 hätte sein können.



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