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Neuer Förderverein nimmt Arbeit auf

Freibad: Da scheiden sich die Geister...

Bad Nenndorf (rwe). Die Freunde des Schwimmsports dürfen weiter von einem Freibad für Bad Nenndorf träumen. Seit knapp einer Woche gibt es einen neuen Förderverein in der Stadt, angeführt von Stadtdirektor Bernd Reese. Doch in der Politik scheiden sich an dem Vorhaben die Geister.

Ein wenig regiert wohl das Prinzip Hoffnung, wenn es darum geht, sich den Traum vom Freibad zu erfüllen. Jedenfalls hat der SPD-Ratsherr Volker Busse die Hoffnung nicht aufgegeben, dass sich vielleicht doch noch genügend Nenndorfer finden, die den Bau und den Betrieb aktiv unterstützen wollen. Denn das ist die Voraussetzung dafür, dass sich die Politik des Themas noch einmal annimmt. Im vergangenen Jahr hatte eine von der Wählergemeinschaft Nenndorf forcierte Naturbad-Initiative aufgegeben, als sich zur Vereinsgründung nur 35 potenzielle Mitglieder einfanden. Mindestens 2000 Interessierte wollte der damalige designierte Vorsitzende mobilisieren. Der neue Verein, den der Stadtdirektor Bernd Reese als "Privatperson" angeschoben hat und nun auch führt, zählt 14 Mitglieder. Eines davon ist Busse. Der Vorsitzende der Ratsgruppe aus SPD/Linke wurde sogar Beisitzer im Vorstand. In dieser Funktion bekomme er schon früh einen Einblick, ob sich die Pläne des Vereins durch den Rat überhaupt umsetzen ließen. Allerdings dürfte der politische Einfluss nicht jedem gefallen. Im Vorstand sitzen fast nur Sozialdemokraten. "Das ist schon ein kleines Handicap", gibt Busse zu. Er hätte sich mehr Aktive von anderen Parteien gewünscht und auch aus den Reihen der bisherigen Naturbad-Förderer. Grundsätzlich sei die von ihm geführte Gruppe "wie auch vorher schon" bereit, ein schlüssiges Konzept zu unterstützen, signalisiert Busse. Allerdings wurden die 100 000 Euro, die als Anschubhilfe dafür 2007 im Haushalt standen, dieses Jahr wieder gestrichen. Denn nach dem sich die Naturbadfreunde von dem Projekt verabschiedet hatten, legte im Januar auch der Rat das Thema zu den Akten. Mit einem weiteren Anlauf hatten die Politiker nicht gerechnet. Auch Andreas Fedler nicht. Der Vorsitzende der FDP-Fraktion hält das private Vorgehen des Stadtdirektors allerdings für "unprofessionell". Er hätte erwartet, Reese wäre mit seiner Idee zunächst auf die Parteien zugekommen. Von der Gründungsversammlung habe er aus der Zeitung erfahren. Ellen Hültenschmidt, Chefin der CDU-Ratsfraktion, macht kein Geheimnis daraus, dass für sie ein Freibad heute eher ein Luxus ist und bei ihr nicht oben auf der Prioritätenliste steht. Die Staatsbad-Zuschüsse des Landes liefen eines Tages aus, die Stadt müsse viel Geld in die Infrastruktur buttern, sagt sie. "Wenn ich sehe, was wir alles wuppen müssen, ist das unrealistisch." WGN-Fraktionsvorsitzender Frank Steen ist weiter für ein Freibad und will den neuen Verein erst einmal arbeiten lassen, bevor er sich ein Urteil erlaubt. Wenn die Kosten und der Nutzen "in einem vernünftigen Verhältnis" stünden, werde seine Partei diese "gute Idee" weiter unterstützen. Steen: "Wir begrüßen grundsätzlich Eigeninitiative undBürgerengagement."




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