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Frauentausch im Migrationsrat: Heindorf geht, Jobe kommt

BAD MÜNDER. „Wenn was is‘, du hast ja meine Nummer“, ruft Ekaterina Heindorf im Rausgehen noch, die Türklinke schon in der Hand. Der Spruch geht an Asia Jobe, die für den Migrationsrat kandidiert und damit in die Fußstapfen von Heindorf treten möchte – als Vertreterin für Bad Münder.

Platzwechsel: Ekaterina Heindorf (links) wurde 2013 in den Migrationsrat gewählt, Asia Jobe steht als Nachfolgerin zur Wahl. Foto: Dittrich
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Benedikt Dittrich Redakteur zur Autorenseite

Heindorf war seit 2013 nicht nur Mitglied des Migrationsrats, sondern auch die Vorsitzende des beratenden Gremiums im Landkreis. Wenn das Gremium im November neu gewählt wird, steht sie nicht mehr zur Wahl. „Ich bin bei der Kommunalwahl auch in den Stadtrat und in den Ortsrat in Bakede gewählt worden“, nennt Heindorf als Grund für ihren Rückzug.

Beide Frauen, Jobe und Heindorf, waren nun im Steinhof, um zusammen mit Vertretern von Stadt und Landkreis die Arbeit des Migrationsrates vorzustellen. Der Rat, der Migranten und Flüchtlingen eine Stimme im Kreistag geben soll, ist vielen unbekannt. Auch das Interesse am Montag: verhalten. Zu der Informationsveranstaltung waren acht Gäste gekommen – darunter Ortsbürgermeisterin Petra Joumaah (CDU), Uwe-Peter Keil von der SPD sowie einige Integrationslotsen. Gäste, die die neue Kandidatin und auch die scheidende Vorsitzende schon gut kennen.

Das weiß auch Jobe: „Ich bin in Bad Münder bekannt wie ein buntes Huhn.“ Aber auch sie gesteht: „Ich wusste nicht, dass es diesen Rat gibt.“ Obwohl in Bad Münder bereits ehrenamtlich für die Tafel, als Integrationslotsin und Dolmetscherin im Einsatz ist.

Umso mehr bemühte sich Karin Düsing, Teamleiterin des Bereichs Migration und Teilhabe beim Landkreis, die Relevanz des Migrationsrates hervorzuheben. Der Rat als Interessenvertretung für Migranten, der Empfehlungen, Vorschläge und Meinungen in den Kreisrat einbringt. Allerdings – und das ist der Haken – hat das Gremium kein Stimmrecht. „Wir sind zwar in vielen Ausschüssen vertreten“, erklärt Heindorf stellvertretend, „aber wir können immer nur weiterreichen.“

Dennoch habe sie mit ihren Kollegen in den drei Jahren, seitdem es den Migrationsrat gibt, viel erreicht: Ein Abfallkalender in acht Sprachen, die Förderung besonderer Projekte mit dem Integrationspreis, Fortschritte bei der kultursensiblen Pflege – eines der Herzensangelegenheiten von Heindorf. Gebetsräume für Muslime in Pflegeeinrichtungen – die seien auch auf Initiative des Migrationsrats eingerichtet worden. „Ich leite selber ein Pflegeheim, ich weiß wovon ich spreche“, betonte Heindorf die Relevanz des Themas.

Elisabeth Borcherding als Vertreterin der Stadtverwaltung hofft nun, da der neue Rat bald gewählt wird, dass das Interesse an der Arbeit der ehrenamtlichen Vertreter zunimmt. Die Integrationspreise, die in der Vergangenheit in die Kurstadt gingen, könnten dabei helfen: Drei Initiativen wurden vom aktuellen Migrationsrat ausgezeichnet, darunter die Arbeit der Sozialraum-AG, des Musikers Martin Rietsch mit seinem Projekt „2schneidig“ und das Sprachkursprojekt des Arbeitskreises gegen Ausländerfeindlichkeit.



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