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Josephine Rohmann (12) aus Halvestorf fragt: „Warum haben Chinesen Schlitzaugen?“

Es antwortet Prof. Bernd Herrmann vom Johann- Friedrich-Blumenbach-Institut für Zoologie und Anthropologie in Göttingen: „Liebe Josephine, bei diesen Augenformen liegt beim geöffneten Auge der untere Teil des oberen Augenlides vollständig unter dem Oberteil des oberen. Das Oberteil ist über den inneren Augenwinkel geführt und an der Nasenseite angewachsen. Innerer und äußerer sichtbarer Augenwinkel liegen dadurch auf einer schrägen Linie, und damit scheint das Auge selbst schräg zu stehen, was es in Wirklichkeit nicht tut. Der Eindruck wird durch die andere Lidform erzeugt. Eigentlich ist diese Augenform bei zentralasiatischen und nordostasiatischen Völkern viel stärker zu sehen als bei vielen Chinesen.

Lange dachte man, diese Augenform sei eine besondere Anpassung an kaltes Klima, so wie man es auch von der Gesichtsform zentral- und nordostasiatischer Völker glaubte. Diese Auffassung ist heute stark infrage gestellt. Eine wissenschaftlich haltbare Ursache für diese Augenform ist nicht bekannt.

Dass diese Augenform in bestimmten Umgebungen vorteilhaft sein kann, darf man daraus ableiten, dass sie ähnlich auch in Südafrika vorkommt. Dort ist es aber ziemlich warm.

Ganz sicher ist, dass sich seit vielen tausend Jahren die betroffenen Menschen an der Augenform nicht stören – sonst wären diese Formen nämlich im Laufe der Generationen viel seltener geworden oder vielleicht schon verschwunden.“

Frag doch auch mal: E-Mail an redaktion@dewezet.de, Telefon 05151/200-420.




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