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Bei einem Workshop sollen Konzepte erarbeitet werden / "Holunderschule" als Vorbild

Fördert "Bingo Lotto" den neuen Schulhof?

Luhden/Heeßen (sig). Sauber gefegte, gepflasterte oder geteerte Schulhöfe, die absolut übersichtlich angelegt sind und auf denen sich Kinder nicht schmutzig machen können, entsprachen lange Zeit den Wunschvorstellungen der Lehrer, Erzieher und Eltern. Da hat sich einiges geändert. Heute betrachtet man solche Plätze als phantasielos, konzeptionslos und alles andere als kindgerecht. Deshalb strebt auch die Grundschule in Heeßen eine kreative Lösung an.

Die Chance dazu bietet sich durch den Bau des zweiten Kindergartens der Samtgemeinde in unmittelbarer Nachbarschaft. Die Schule hat im Zuge dieser Baumaßnahmen einen neuen Ein- und Ausgang an der Südseite erhalten. Hier soll jetzt ein ganz anders gestalteter Schulhof entstehen. Inzwischen gibt es nämlich eine Expertenrunde für die Umwandlung von Spielplätzen, Kindergärten und Schulhöfen. Sie trägt den beziehungsreichen Namen "Holunderschule". Dieser Arbeitsgemeinschaft geht es auch um die Pflege der Umwelt. Das jedenfalls hat ganz gezielt der Mann im Auge, der die Antriebsfeder dieser AG ist. Er heißt Heinrich Benjes, ist pensionierter Rektor und konnte für ein Referat im Luhdener Kirchenzentrum gewonnen werden. Dort warf der Pädagoge aus dem norddeutschen Ort Hellwege seinen Diabetrachter an und führte eine Reihe eigener Dias vor. Sie zeigten Schulhöfe und Kindergärten, die aufgrund von Vorschlägen der "Holunderschule" ein ganz anderes Gesicht bekommen haben. Die anwesenden Lehrer und Eltern der Heeßer Grundschulewaren sichtlich beeindruckt von dem, was sie zu sehen und zu hören bekamen. Aus der ersten Reihe folgte darauf der Ausruf: "Ich würde am liebsten schon morgen anfangen!" Die Kernaussage: Man mit durchaus bescheidenen Mitteln, aber mit viel Fantasie aus Grau Grün machen. Der Arbeitskreis "Holunderschule" habe sich zuerst die Frage gestellt: "Wie spielen Kinder, wie bewegen sie sich?" Schließlich hätten sie Urbedürfnisse, die nicht abhanden gekommen seien. Sie würden in freier Natur mit allem spielen, was sie in die Hände bekommen, zum Beispiel mit Holz, Stroh und Blättern. Unter ihren Händen würde eine Pfütze zum Meer. Große Steine, ein kleiner Graben, Erdhaufen und Baumstämme seien Zaubermittel. Sie regen zum Hüpfen und Balancieren an. Büsche von einer Forstbaumschule und Wildkräuter dürften nicht fehlen. Dazwischen könne man Platz für Ball- und Laufspiele schaffen. In einem so gestalteten Gelände, das die Urbedürfnisse der Kinder befriedige, könnten sie sich ihre kleine Welt schaffen. Betonringe gehörten nicht dazu. Heinrich Benjes zeigte auch eine Reihe von Gehölzen, die Windschutz und Schatten spenden und für eine bunte Vielfalt sorgen: Haselnuss, Hainbuche, Feldahorn, Wildkirsche, Weißdorn, Schlehe und natürlich Holunder. Die Summe seiner Erfahrungen auf diesem Feld fasste er in dem Satz zusammen: "So wie Kinder spielen, so werden sie!" Deshalb sollte man sie mitmachen lassen bei der Gestaltung, ebenso Eltern, Lehrkräfte und den Hausmeister. Benjes versprach, die "Holunderschule" werde der Heeßer Grundschule bei der Planung helfen. Im Rahmen eines Workshops sollten sich Arbeitsgruppen mit dem Entwickeln von Ideen befassen. Und wenn ein solches Konzept Hand und Fuß habe, könne man dafür vielleicht auch Mittel aus dem Fonds von "Bingo Lotto" erhalten.




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