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Standorte werden kreisweit reduziert

Förderschulen schrumpfen: Aus fünf mach drei

Landkreis (ssr). Kreisweit grundlegend umgekrempelt werden soll die Szenerie der Förderschulen. Kernpunkt: Die Zahl der Förderschulen (Schwerpunkt Lernen) soll zum Schuljahrsbeginn 2007/08 von fünf auf drei schrumpfen - die Standorte in Bückeburg und Bad Nenndorf sollen aufgelöst werden. Vom Kultusministerium vorgegebenes Fernziel ist sogar die möglichst vollständige Integration von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf Schwerpunkt Lernen in ortsnahe Grundschulen.

Die vom Land entwickelte langfristige Stoßrichtung trägt den Titel "Sonderpädagogische Grundversorgung". Hierbei sollen sich benachbarte Grund- und Förderschulen in Absprache darum bemühen, so viele Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf (Schwerpunkt Lernen) wie sinnvoll und möglich in Grundschulklassen zu unterrichten. Dazu bekommen die Grundschulen Unterstützung durch Förderschul-Lehrer - pauschal jeweils zwei Wochenstunden pro Klasse. Eine kleine einzügige Grundschule mit vier Klassen würde somit über acht solcher Zusatzstunden verfügen, die kreisweit größte Grundschule in Nienstädt (die eine Mitarbeit bisher aber nicht zugesagt hat) beispielsweise über 44 Wochenstunden. Diese Stundenkontingente kann die Grundschule nach eigenem Konzept einsetzen. Derartige Kooperationen existieren projektartig hier und da bereits seit einiger Zeit, für andere Standorte werden sie gerade beantragt. Zu kommenden Schuljahrsbeginn würden nach derzeitigen Plänen bereits 16 der kreisweit 28 Grundschulen daran beteiligt sein. Die Neustrukturierung der Schaumburger Förderschul-Szene soll laut aktuellem Planungsstand folgende Schritte umfassen: Die Förderschule Schwerpunkt Lernen (Schule am Deister) in Bad Nenndorf wird aufgelöst. Dort gibt es künftig eine selbstständige Förderschule Schwerpunkt Geistige Entwicklung - und zwar die kreisweit einzige neben den privat geführten Tagesbildungsstätten. Aufgelöst wird ebenso die Förderschule Schwerpunkt Lernen (Marienschule) in Bückeburg - und zwar auf einen Schlag zum 1. August. Die dortigen kreisweiten Sprachheilklassen werden an die Grundschule Am Harrl verlagert, die auf diesem Sektor mit dem nahen "Haus des Kindes" kooperiert. Für Grundschulkinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf Lernen wird es kreisweit nur noch einen einzigen Standort geben: die Förderschule Schwerpunkt Lernen in Obernkirchen. Für die Klassen 5 bis 10 der Förderschulen Schwerpunkt Lernen sind noch drei Standorte vorgesehen: Stadthagen, Obernkirchen und Rinteln. Die Schuleinzugsbezirke für diese Standorte müssen neu festgelegt werden. Als Teil des Gesamtkonzeptes war vor einiger Zeit bereits ein kreisweites Förderzentrum für Emotionale und Soziale Entwicklung in Obernkirchen eingerichtet worden (wir berichteten). Schon jetzt als extrem unbefriedigend bei diesem Konzept gilt die räumliche Situation der Förderschule Geistige Entwicklung in Bad Nenndorf. Das Kreis-Schulamt soll für eine Alternative sorgen. Das Förderschul-Konzept ist vom Schulausschuss des Kreistags mit großer Mehrheit empfohlen. Eine wichtige Vorentscheidung soll am Dienstag im Kreisausschuss fallen. Die Verabschiedung ist für die Kreistags-Sitzung im April vorgesehen. Seite 20

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