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Flugzeugabsturz am Ith: Spurensuche im Nebel

BAD MÜNDER/COPPENBRÜGGE. Vier Grad Celsius, Nebel mit Sichtweiten unter 100 Metern, dazu Nieselregen. Von den Bäumen fallen Wassertropfen auf die gelben Helme der 40 THW-Helfer aus Hameln, Springe und Ronnenberg, die sich mit Allrad- und Kettenfahrzeugen hinauf auf den Ithkamm kämpfen.

Ermittlungen am Unglücksort: Ein Experte der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen inspiziert ein verkohltes Wrackteil. Foto: ube
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite

Die Stiefel der Frauen und Männer, die am Donnerstag gegen 8 Uhr alarmiert wurden, versinken knöcheltief im Morast. Ab und zu rutscht jemand aus. Sanitäter der des DRK Hameln stehen in Bereitschaft, denn das Verletzungsrisiko ist groß.

Im Beisein von drei Ermittlern der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) sollen die letzten Wrackteile des Schulungsflugzeugs geborgen werden, das am Freitag, 8. Dezember, auf seinem Flug von Osnabrück nach Braunschweig zwischen dem Ithturm und der bekannten Steinformation „Adam und Eva“ abgestürzt ist. Der 78 Jahre alte Pilot kam dabei ums Leben. Noch immer ist unbekannt, weshalb die im Jahr 2003 gebaute Maschine von den Radarschirmen verschwunden ist.

Fakt ist: An vielen Trümmerteilen sind Brandspuren zu sehen. Die Frage ist: Wann hat das Motorflugzeug Feuer gefangen – bereits in der Luft oder erst beim Aufprall? Die BFU-Experten werden die Teile in der Wrackhalle in Braunschweig auslegen und wie ein Puzzle zusammensetzen. Dann können die Untersuchungen beginnen. Jedes Detail könnte helfen, die Unglücksursache zu klären.

Wettergutachten, Nachforschungen in der Werft, in dem das Flugzeug gewartet wurde, und das Obduktionsergebnis könnten die Ermittler weiterbringen. Rechtsmediziner haben inzwischen herausgefunden, dass der Pilot an den Folgen der schweren Verletzungen, die er sich bei dem Absturz zugezogen hat, gestorben ist. Weitere Auffälligkeiten wurden laut Polizei nach der Obduktion nicht entdeckt.

Ein erster Zwischenbericht wird nach Angaben von BFU-Sprecher und Flugunfalluntersucher Jens Friedemann voraussichtlich im Februar veröffentlicht. Dieser werde allerdings noch keine Schlussfolgerungen enthalten. Der Abschlussbericht wird wohl erst Mitte 2018 vorliegen.

THW-Fachberater Andreas Weiher leitet den Bergungs-Einsatz. „Vor einer Woche war hier noch tiefer Winter“, sagt der Fachberater. Der Schnee habe 30 Zentimeter hoch gelegen. „Es war definitiv nicht möglich, an diesem Steilhang zu arbeiten“, sagt Weiher. „Wir hätten die Teile unter der Schneedecke gar nicht finden können.“

Die Bergung der Wrackteile bleibt aber schwierig: Die ehrenamtlichen Helfer halten sich an Seilen fest, die sie zwischen den Bäumen gespannt haben. Erst wenn die BFU-Ermittler die Lage der Trümmer vermessen und fotografiert haben, dürfen sie weggetragen werden. Am frühen Nachmittag hatten es die Helfer dann geschafft: Die Absturzstelle war komplett geräumt.



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