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Priemer will Zugewanderte da unterbringen, wo Schülerzahlen niedrig sind

Flüchtlingskinder als Chance für Schulen

Rinteln. Dass die Flüchtlinge durchaus Chancen für Deutschland bedeuten, dies wird jetzt an einem Beispiel in Rinteln deutlich. Grundschulen, denen aufgrund sinkender Schülerzahlen die Schließung droht, können dank zugewiesener Flüchtlingskinder womöglich länger fortbestehen. Schließlich müssen die Kinder der Flüchtlinge aufgrund der geltenden Schulpflicht zur Schule gehen – ungeachtet ihres sogenannten Aufenthaltsstatus.

Zwar befinden sich die drei Sammelunterkünfte für Asylsuchende ausschließlich in der Nordstadt: im Bahnhofsweg, im Kerschensteiner Weg und im Wilhelm-Busch-Weg. Aber der Rintelner Verwaltungschef Thomas Priemer möchte es als Träger der örtlichen Grundschulen tunlichst vermeiden, dass alle Flüchtlingskinder der Grundschule Nord zugewiesen werden, wie er im Gespräch mit unserer Zeitung sagt. Dies habe er so auch beim letzten Zusammentreffen mit den Leitern der Grundschulen so geäußert.

Auf die Zuweisung der Kinder Einfluss nehmen kann die Stadtverwaltung im Zuge der dezentralen Unterbringung der Flüchtlinge. Denn die Schulzuweisung richtet sich nach dem Schulbezirk, in dem der Wohnort liegt. Die Kommunen wurden vom Landkreis Schaumburg angewiesen, geeignete Wohnungen für Flüchtlinge zu finden. Das heißt: „Wir schauen, wo es bereits Wohnraum gibt, der an den Landkreis vermietet werden könnte, aber auch, wo wir selbst welchen generieren können“, so Priemer. Dabei will die Stadt, wie Bürgermeister Priemer erläutert, die Grundschulen und ihre jeweiligen Schülerzahlen berücksichtigen.

Die Flüchtlinge mit Kindern sollen möglichst dort untergebracht werden, wo sie einerseits vernünftig beschult werden können, aber auch so verteilt werden, dass kleine Schulklassen entsprechend aufgestockt werden können. „Es ist ein positiver Nebeneffekt, dass wir auf diese Weise die Möglichkeit haben, die Schülerzahlen zu stabilisieren“, sagt Priemer.

Die Bertelsmann Stiftung hatte unlängst einen Rückgang der Schülerzahlen in Niedersachsen bis 2030 um 18,8 Prozent errechnet (wir berichteten). In Schaumburg soll der Rückgang bei 26,5 Prozent liegen. In Rinteln soll laut Stadtverwaltung die Schülerzahl bis 2030 um 24 Prozent zurückgehen. Am stärksten betroffen ist die Grundschule Möllenbeck. Die Aufnahme von Flüchtlingskindern könnte dieser Entwicklung entgegensteuern. Nicht nur in Möllenbeck. Sondern auch an den Grundschulen Nord und Süd, Deckbergen, Steinbergen, Krankenhagen und Exten.pk




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