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Evakuierungüber Leitern dauert zu lange

Fluchtwege fehlen in Nienstädt und Helpsen

Samtgemeinde Nienstädt (jl). Falls es in der Grundschule Nienstädt oder im Schulzentrum brennt, sind die Rettungschancen für Schüler und Lehrer aus den oberen Etagen alles andere als optimal. Darauf hat der Nienstädter Gemeindebrandmeister Wilfried Grote in der Sitzung des Feuerschutzausschusses der Samtgemeinde hingewiesen. Diese hat im Fall der Grundschule bereits reagiert. Nächstes Jahr soll eine zweite Fluchttreppe gebaut werden.

Dieser Gebäudeteil der Grundschule Nienstädt soll eine zweite Fl

Der Schwachpunkt im Fall der Grundschule Nienstädt ist nach Grotes Schilderungen das Obergeschoss des zweistöckigen Gebäudes des Schulkomplexes. Dort halten sich zur Schulzeit rund 140 Menschen auf. Diese müssten laut Grote im Ernstfall über Leitern aus dem Gebäude gebracht werden. Das ist aus mehreren Gründen nicht einfach: "Mindestens zwölf Wehren wären nötig, um alle Kinder zu evakuieren", und das koste allein bei der Alarmierung Zeit, weil Wehren aus den Nachbargemeinden mit ran müssten. Auch mit so einem großen Aufgebot würde die Rettung der Schüler und Lehrer laut Grote mehr als eine Stunde dauern. Das Gebäude sei aufGrund seiner Beschaffenheit bei einem Brand allerdings nur eine halbe Stunde sicher. Dann, das hat eineÜbung in Nienstädt gezeigt: Junge Kinder hätten Scheu, die steilen Leitern hinunter zu steigen - und gestandene Feuerwehrleute übrigens auch. In Nienstädt komme der so genannte Lichtgraben rund ums Gebäude hinzu. Aus diesem müssten die Geretteten dann noch zusätzlich heraus klettern. Fernerkann laut Grote sowohl in Nienstädt als auch im Schulzentrum Helpsen keine Drehleiter zum Einsatz kommen, weil es keinen Platz (Nienstädt) beziehungsweise einen zu weichen Untergrund (Helpsen) für so ein großes Fahrzeug gebe. Samtgemeindebürgermeister Rolf Harmening (SPD) machte deutlich, dass der zweite Fluchtweg für Nienstädt bereits auf seiner Wunschliste für den Haushalt 2008 steht. Hier müsse gehandelt werden. Am Schulstandort Seggebruch ist der zweite Fluchtweg in diesem Jahr gebaut worden. Im Fall Schulzentrum Helpsen geht es laut Gemeindebrandmeister um den so genannten Altbau, dessen Obergeschoss auch nichtüber einen zweiten Rettungsweg verfügt. In dem Obergeschoss halten sich in Unterrichtszeiten etwa 110 Schüler und Lehrer auf. Auch hier bestehen laut Grote bezüglich der Zahl der benötigten Einsatzkräfte und der anderen Gesichtspunkte bei einer Evakuierung die gleichen Probleme wie in Nienstädt. Zuständig in Helpsen ist der Landkreis als Schulträger. Näheres soll sich bei einer Brandschau im Dezember entscheiden.

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