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Die Schattenmorelle und ein bemerkenswerter Irrtum

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Es dürften schon einige arme Kirschbäume gewesen sein, die zitternd zugrunde gegangen sind, weil sie entweder auf einem falschen Boden oder an einem falschen – zu kühlen – Standort gesetzt worden sind. In der Liste dieser Unverstandenen steht die ’Schattenmorelle‘, weltweit meistgepflanzte Sorte (weil: ertragreich und saftig) aufgrund ihres deutschen Namens wohl ganz oben auf dem Podest. Welch ein Unfug! Warum sollte man denn wohl einen Kirschbaum in den Schatten pflanzen? Wie könnten dort die verführerischen Früchte von der Sonne trinken? Also: ab ins Licht, in die Wärme – mit jedem Kirschbaum, auch mit der Schattenmorelle! Ihr deutscher Name ist nämlich eine aus dem Französischen gewerkelte Abwandlung. ’Morelle de Château‘ heißt die Kirsche im Original, was mit Schatten nichts zu tun hat, vielmehr „Schloss-Morelle“ bedeutet. Zweiter Ansatz: ’Château Morel‘ = ’Schloss Morel‘. sas

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