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Sanierungsbedarf ist groß - doch viele Eigentümer halten sich zurück / Besuch in der Firma Ernst Meier

Flaute - dem Tischlerhandwerk fehlen Aufträge

Buchholz (tw). Die Situation ist - im Augenblick - nicht rosig: "Das Jahr 2008 ist jetzt bereits drei Monate alt, und noch immer verzeichnet das (Holz-)Handwerk im Landkreis keinen nachhaltigen Auftragseingang", bedauert Fritz Pape. Horst Frensel, Seniorchef der Buchholzer Möbeltischlerei für Objekteinrichtungen, Innenausbau und Holzveredelung "Ernst Mei- er", pflichtet dem Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft bei: "2007 war noch ein gutes Jahr; 2008 sind wir noch meilenweit davon entfernt."

So funktioniert's": Sebastian Frensel (l.) zeigt die Funktionswe

Die Samtgemeinde nimmt diese Sorgen ernst. Gemeinsam mit Buchholz' Bürgermeister Hartmut Krause informierte sich jetzt Eilsens Rathauschef Bernd Schönemann bei einem Ortstermin an der Arensburger Straße über die Lage, aber auch über die Leistungsfähigkeit der 1904 gegründeten Traditionstischlerei. "Meier", 2003 von Sebastian Frensel als Geschäftsführendem Gesellschafter in der vierten Generation übernommen, musste unlängst drei der ehemals neun Mitarbeiter entlassen - es fehlt nicht zuletzt an kommunalen Aufträgen. Die bislang besten Jahre waren für "Ernst Meier" 2000 und 2006. "Es lief so gut, dass wir sogar drei Zeitarbeiter beschäftigen konnten", sagt der Seniorchef, der auch Obermeister seiner Innung ist. So fertigte die Traditionstischlerei auf der Expo für vier Gastronomiebetriebe, erstellte sämtliche Souvenirshops auf dem Messegelände. "Außer- dem", erinnert Frensel, "haben wir im Jahre 2000 mit dem Innenausbau von Schiffen begonnen." So fertigte Frensel allein für die MS Europa zwei Penthouse-Suiten. Besagter Schiffsausbau macht, wenn's "brummt", inzwischen 20 bis 30 Prozent des Auftragsvolumens des Buchholzer Betriebesaus. 2003 stellte "Ernst Meier" den Holzpart der Brücke für die "Pride of America" fertig. Was sich indes zunächst gut anließ, drohte für die Firma in einem Desaster zu enden. In der Nacht auf den 14. Januar 2004 kenterte das Schiff wegen eines Orkans am Ausrüstungspier der Werft, welche daraufhin Insolvenz anmeldete - die Tischlerei musste bis zur Sanierung des Havaristen über ein Jahr auf ihr Geld warten. "Manch ein Betrieb", weiß der Seniorchef, "ist damals daran kaputt gegangen." Doch das Gros der Dinge, die bei "Ernst Meier" unter anderem in einem CNC-Bearbeitungszentrum und auf 1500 Quadratmetern Produktionsfläche gefertigt werden, verbleibt - im Wortsinn - auf dem Lande. Die Referenzliste der Tischlerei ist lang: ganz oben stehen Bank-, Büro- und Objekteinrichtungen: so war Frensel für die Sparkasse Schaumburg, Geschäftsstelle Sachsenhagen, die Magister Nothold Schule (Lindhorst,) die Spielbank Niedersachsen (Hannover) und das Ratsgymnasium (Stadthagen) tätig. Fertigte und fertigt das Mobiliar für große Hotels und Gastronomiebetriebe. In der Region ist die Tischlerei, die seit 2007 mit der modernsten Software der Branche arbeitet, aktuell mit Arbeiten im Evangelischen Altersheim Bückeburg, aber auch an der Steuerakademie in Bad Eilsen betraut; konkret geht es um das Erstellen und Einsetzen von Innentüren im Schallschutz-, Brandschutz- und im Nasszellenbereich. Indes: Sowohl Pape als auch Frensel sindüberzeugt, das die aktuelle Durststrecke für das (Holz-)Handwerk in nicht allzu ferner Zukunft überwunden wird: "In Sachen Energieeinsparung besteht bei Eigenheimen mit Blick auf den Fenster- und Türenbau großer Handlungsbedarf", prognostiziert der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft. Denn: Drei Viertel aller Häuser und Wohnungen wurden vor 1984 gebaut. Die Energiekosten betrugen damals nur einen Bruchteil von heute. Klar, dass Solaranlagen, alternative Heizsysteme, besondere Wärmedämmungen und gut isolierte Fenster noch keine große Rolle in der Bauplanung spielten. Pape: "Investieren die Eigentümer in diese Dinge, dann haben wir Beschäftigung ohne Ende." Die Tischlerei Meier ist (auch) darauf vorbereitet: "Wir sind bei den entsprechenden Programmen mit von der Partie", bestätigt Frensel. "Entspannt modernisieren" heißt das eine, "Haus sanieren - profitieren!" das andere. Bei Letzterem handelt es sich um eine Initiative der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Zusammenarbeit mit dem Handwerk. "Ein fachkundiger Handwerker Ihrer Wahl", erklärt Frensel, "kommt für einen ersten Energie-Check kostenlos und unverbindlich zu Ihnen ins Haus. Er prüft den Zustand des Gebäudes und gibt wichtige Hinweise, wo und wie Sie Energie und Kosten sparen können."



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