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Rammstein feuern aus allen Rohren / 10 000 feiern Deutschlands härteste Kombo in der TUI-Arena

Flammenwerfer und ohrenbetäubende Explosionen erhöhen die Pulsfrequenz

Was für ein Auftakt, denn schon das Opening gleicht einem vorweggenommenen Showdown. Fast majestätisch bahnt sich Deutschlands härteste Kombo den Weg zur Bühne. Mit Fackeln und Fahnen schreitet man durchs Publikum, steigt in Höhe des Mischpults auf eine Plattform, die hochgefahren und mittels einer Brücke mit der Bühne verbunden wird.

„Eins – hier kommt die Sonne, zwei, hier kommt die Sonne“ – Flammen schießen gen Hallendecke, als Rammstein mit „Sonne“ die schweißtreibende Show eröffnet. „Wollt ihr das Bett in Flammen sehen“, fragt Till Lindemann das Publikum, das mit einem lauten „Jaaaaa“ antwortet. Das ist „Made in Germany“ – es wird nicht gekleckert, sondern geklotzt – hier läuft bei den Akteuren der Schweiß in Strömen.

Es hagelt Klassiker wie „Sehnsucht“, „Asche zu Asche“ und „Mutter“ – die Finstermänner laufen zur Höchstform auf, lassen während der 100-minütigen Show nicht eine Sekunde Langeweile aufkommen. Die Jungs haben ihr Handwerk gelernt – insbesondere Till Lindemann, der nach Paragraf 20 SprengG zum Pyrotechniker befähigt ist – dadurch sind Rammstein auch berechtigt, Pyros für ihre Bühnenshow zu nutzen.

„Heute treff ich einen Herrn, der hat mich zum Fressen gern – weiche Teile und auch harte stehen auf der Speisekarte“, singt Lindemann und wetzt im passenden Schlachterschürzen-Outfit zum Menschenfresser-Song „Mein Teil“ das Hackebeilchen. Keyboarder „Flake“ befindet sich in einen überdimensionalen Kochtopf, der mit Flammenwerfern auf die richtige Betriebstemperatur gebracht wird. Rammstein polarisieren und provozieren – aber das kennt man ja mittlerweile von den Bösewichten, die schon seit 1994 die düsteren Seiten unserer Psyche bearbeiten.

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Da wird die Gitarre zur Nebensache – Richard Z. Kruspe beim Feuer sprühen.

„Du hast“ – nur zwei Worte, die aber an diesem Abend ihre Wirkung nicht verfehlen. Die TUI-Arena im Mitsing-Fieber – Till Lindemann gönnt sich eine kleine Verschnaufpause, lässt den Song vom Publikum singen. Kurze Zeit später nimmt „Flake“ in einem Schlauchboot Platz und schippert zum Song „Haifisch“ auf den Händen der Fans über die Massen.

Auf der B-Stage spielt Gitarrist Richard Z. Kruspe das Intro für den Song „Bück dich“, während Drummer Christoph „Doom“ Schneider im Domina–Outfit den Rest der Band mit der Peitsche auf die Bühne treibt. Mit „Mann gegen Mann“ und „Ohne dich“ werden noch zwei weitere Songs auf der kleinen Nebenbühne performt.

Zum eigentlichen Showdown geht’s dann zurück auf die große Bühne – „Amerika“ versinkt im Konfettiregen, „Engel“ singt Lindemann mit riesigen Engelsflügeln und bei „Pussy“ gibt’s noch mal was für die Sittenwächter: Till Lindemann lädt die fleischfarbene Kanone, die weißen Schaum ins Publikum spritzt – eine kleine Zweideutigkeit, die aber heute keinen mehr in Schockstarre versetzt.

„Das warrrr Spitze, Jungs“ – es darf weiter auf hohem Niveau gezündelt und gerockt werden.




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